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PressClub Deutschland · Artikel.

Rede Dr. Nicolas Peter, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Finanzen, Telefonkonferenz Zwischenbericht zum 30. September 2020

Rede Dr. Peter Telefonkonferenz Q3 2020

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Britta Ullrich
BMW Group

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Meine Damen und Herren,

 

guten Morgen, ich hoffe, Sie sind alle gesund!

 

In den vergangenen Monaten hat die BMW Group einmal mehr ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt, in hochvolatilen Marktumfeldern flexibel zu agieren und sich den neuen Gegebenheiten schnell anzupassen. Nachdem wir im zweiten Quartal erstmals die volle Wucht der Corona-Pandemie zu spüren bekommen haben, folgte nun im dritten Quartal ein gutes Ergebnis. Wir konnten unseren Absatz und das Konzernergebnis steigern. Die Ergebnisqualität zeigt sich dabei auch in unserem Free Cashflow. Die sich aktuell insbesondere in Europa wieder verschärfende Situation erfordert nun abermals ein hohes Maß an Flexibilität.

 

Unsere im ersten Halbjahr eingeleiteten Maßnahmen zur Senkung von Kosten und Investitionen zahlen sich aus. Dies zeigt: Wir steuern das Unternehmen sicher und treffen die richtigen Entscheidungen. Dadurch konnten wir die Auswirkungen der Pandemie begrenzen. Die strikte Kostendisziplin zeigt sich im Ergebnis. Flankiert wurde das von weiteren Maßnahmen wie der fokussierten Steuerung des Working Capitals. Ein wesentlicher Treiber für das gute Ergebnis im dritten Quartal war die in vielen Ländern deutlich erholte Kundennachfrage. Dabei denke ich insbesondere an China und Korea, aber auch an wichtige europäische Märkte wie Deutschland, die Benelux-Staaten oder Italien.

 

Auch die Elektromobilität erwies sich als substanzieller Absatztreiber. Wir konnten den Absatz elektrifizierter Fahrzeuge sowohl im dritten Quartal als auch im Jahresverlauf gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöhen.

Unterstützend wirkten auch Nachholeffekte in vielen Märkten.

 

Meine Damen und Herren,

 

wie eingangs schon erwähnt: das Umfeld bleibt äußerst volatil. Der Absatzverlauf in den vergangenen beiden Quartalen unterstreicht das. Das dritte Quartal war mit 675.000 an Kunden ausgelieferten Fahrzeugen das absatzstärkste in der Geschichte der BMW Group. Davor haben wir im zweiten Quartal den größten je verzeichneten Absatzrückgang registriert. Nun verschärft sich die Lage in Europa wieder. Derartige Ausschläge innerhalb eines so kurzen Zeitraums haben wir noch nie verzeichnet.

Umso wichtiger war es, dass wir in den vergangenen Monaten die richtigen Weichenstellungen vorgenommen haben. Die eben beschriebenen Marktentwicklungen und Performancemaßnahmen machen sich im Konzern und unseren einzelnen Segmenten positiv bemerkbar. Darauf gehe ich nun ein:

 

Beginnen wir mit den Finanzkennzahlen im Konzern.

Der Umsatz im Konzern belief sich im dritten Quartal auf rund 26,3 Mrd. Euro. Auf Grund der coronabedingten Verkaufsstopps und Einschränkungen lag er in den ersten neun Monaten mit 69,5 Mrd. Euro moderat unter Vorjahr. Das Konzernergebnis vor Steuern belief sich im dritten Quartal auf knapp 2,5 Mrd. Euro und damit 9,6% über Vorjahr. In den ersten neun Monaten lag es bei knapp 3 Mrd. Euro und damit deutlich unter Vorjahr. Die Konzernumsatzrendite vor Steuern betrug im dritten Quartal 9,4%. In den ersten neun Monaten waren es 4,3%. Das haben wir – das möchte ich noch einmal hervorheben – trotz eines äußerst volatilen und herausfordernden Umfelds erreicht.

 

Meine Damen und Herren,

 

die BMW Group befindet sich im Transformationsprozess der Automobilindustrie weiter sehr gut auf Kurs. Wir investieren in die Zukunft und treiben insbesondere Elektrifizierung und Digitalisierung konsequent voran. Ein Beispiel hierfür können Sie in wenigen Tagen mit der Weltpremiere des iNEXT erleben.

Die Forschungs- und Entwicklungsleistungen lagen in den ersten neun Monaten bei rund 4,4 Mrd. Euro und die F&E Quote liegt wie erwartet bei 6,3%.

Noch ein Wort zu den Investitionen: sie beliefen sich auf rund 2,4 Mrd. Euro. Hier haben wir im Jahresverlauf stark priorisiert und fokussiert, ohne unseren Zukunftspfad zu verlassen. Wir konnten die Investitionen gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich reduzieren. 2019 betrugen sie zum gleichen Zeitpunkt noch 3,3 Mrd. Euro. Das machte sich auch positiv im Free Cashflow bemerkbar.

Das Finanzergebnis betrug im dritten Quartal 540 Mio. Euro.

Wesentlicher Treiber war dabei insbesondere das BMW Brilliance Automotive-Ergebnis von 430 Mio. Euro. Wegen der guten Preisdurchsetzung und des hohen Volumens lag es deutlich höher als im Vorjahr.

 

Meine Damen und Herren,

 

kommen wir nun zu den einzelnen Segmenten. Ich beginne mit dem Segment Automobile.

 

Die EBIT-Marge im Segment betrug im dritten Quartal 6,7%. Das operative Ergebnis lag bei 1,5 Mrd. Euro. In den ersten neun Monaten waren es 152 Mio. Euro. Somit bewegte sich das Ergebnis zwar deutlich unter Vorjahr, aber trotz der Verluste im ersten Halbjahr nun wieder im positiven Bereich.

Ursächlich waren neben dem guten Absatz im dritten Quartal auch der gute Modellmix und die gestiegene Preisdurchsetzung aufgrund unserer jungen und attraktiven Modellpalette.

Ein wichtiger Impuls zur Einhaltung der CO-2 Grenzwerte der EU kommt vom Absatz unserer elektrifizierten Fahrzeuge. Wir konnten in den ersten neun Monaten über 116.000 elektrifizierte BMW und MINI absetzen. Das sind 20% mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Unser stringentes Fixkostenmanagement trug zur Steigerung der Ergebnisqualität bei. Das gilt trotz gebildeter Rückstellungen für Strukturmaßnahmen im mittleren bis hohen dreistelligen Millionenbereich, unter anderem für Personal.

Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle unser Performance Programm. Hier werden wichtige, konzernübergreifende Beiträge für die Zielsetzungen der BMW Group erarbeitet. Ich möchte dabei kurz drei unserer Initiativen herausgreifen. Das ist zum einen eine verbesserte Preisdurchsetzung im Zuge einer optimierten Vertriebssteuerung. Zum zweiten die Reduktion von Produktkomplexität und Herstellungskosten auf Produktseite. Und zum dritten geht es auch um neue Impulse, wie künftige Arbeitsstrukturen. Wir steigern damit weiterhin die Leistungsfähigkeit des gesamten Konzerns. Die bislang getroffenen Entscheidungen machen sich schon jetzt im guten Quartalsergebnis bemerkbar. Wir sind damit wie geplant auf Kurs für unsere Jahres-Guidance von 0 bis 3% bei der EBIT-Marge im Segment Automobile.

 

Meine Damen und Herren,

 

kommen wir noch zum Free Cashflow im Segment. Er betrug im dritten Quartal knapp 3,1 Mrd. Euro. Wesentlicher Treiber war das Vorsteuerergebnis. Zudem wurde er durch fokussierte Steuerung des Working Capital und stringentes Kosten- und Investitionsmanagement gestützt.

Per September belief sich der Free Cashflow auf 552 Mio. Euro.

 

Die Konzernliquidität lag Ende September bei 21,8 Mrd. Euro. Wir planen, sie bis zum Jahresende wieder in Richtung des Vorkrisen-Niveaus zurückzuführen, das heißt, auf etwa 17 Mrd. Euro. Wir verfügen über ausreichende Liquiditätsreserven, um auch bei einer weiteren Verschärfung der Lage jederzeit flexibel und handlungsfähig zu bleiben.

 

Meine Damen und Herren,

 

kommen wir noch zum Segment Finanzdienstleistungen.

Auch im Neugeschäft mit Finanzierungs- und Leasingprodukten mit Endkunden haben wir eine Erholung verspürt. So konnte dort im Zeitraum von Juli bis September 2020 ein solider Aufwärtstrend von 6,8% auf 538.000 Vertragsabschlüsse erreicht werden. Hauptgrund ist insbesondere die Nachfrage in Europa und China.

Auch beim Finanzierungs-Neugeschäft mit Gebrauchtfahrzeugen konnten wir im dritten Quartal in wichtigen Absatzmärkten eine deutliche Belebung feststellen.

Das Vorsteuerergebnis im Segment entwickelte sich im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr deutlich rückläufig und belief sich auf 458 Mio. Euro. Der Hauptgrund lag wie bereits in der ersten Jahreshälfte in im Vergleich zum Vorjahr erhöhten Risikovorsorgen im niedrigen dreistelligen Millionenbereich. Diese nahmen wir auf Grund angepasster Erwartungen insbesondere für Kreditrisiken, aber in geringerem Maße auch für Restwertrisiken vor.

Das Segment Finanzdienstleistungen trifft geschäftsüblich fortlaufend und umfassend Vorsorge für die wesentlichen Geschäftsrisiken. Nach aktueller Einschätzung sind wir angemessen gegen Restwert- und Kreditrisiken abgesichert.

 

Im Segment Motorrad waren im dritten Quartal auf vielen wichtigen Märkten Erholungen deutlich spürbar. Im dritten Quartal lag das Segment-EBIT bei 45 Mio. Euro und damit mehr als 28% über Vorjahr. Wir konnten über 52.000 Motorräder ausliefern. In den ersten neun Monaten beliefen sich die Auslieferungen auf über 129.000 Einheiten. Die EBIT-Marge betrug in diesem Zeitraum 6,4%.

 

Meine Damen und Herren,

 

nun zu unserer Jahresprognose.

 

Wir sind auf Kurs, unsere Jahresziele zu erreichen und bestätigen auf heutiger Basis unsere Guidance für 2020.

 

Dennoch haben wir auf Grund des volatilen Umfelds erhebliche Ungewissheiten. Mögliche Auswirkungen von weiter ansteigenden Infektionszahlen und damit verbundenen Eindämmungsmaßnahmen sind in unserem Ausblick weiterhin nicht enthalten. Die sich aktuell verschärfende Situation kann in den kommenden Monaten erhebliche Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung haben. Auch abzuwartende politische Entscheidungen wie die ungelöste Brexit-Frage schaffen Ungewissheit.

Die Automobilmärkte haben sich im dritten Quartal zwar schneller erholt als erwartet. Dennoch erwarten wir im Premiumsegment im Gesamtjahr nach wie vor einen deutlichen Rückgang des Absatzes von knapp über 10%. Für die BMW Group gehen wir daher weiterhin davon aus, dass der weltweite Absatz 2020 deutlich unter Vorjahr liegen wird. Insbesondere die Nachholeffekte des dritten Quartals sind unter den gegebenen Umständen im weiteren Jahresverlauf nicht mehr zu erwarten. Im Segment Automobile rechnen wir weiterhin mit einer EBIT-Marge zwischen 0 und 3%.

Die Auslieferungen im Segment Motorräder sollten im Prognosezeitraum nun moderat zurückgehen. Die EBIT-Marge wird unserer Einschätzung nach zwischen 3 und 5% liegen.

Bei Financial Services erwarten wir für den Return on Equity einen moderaten Rückgang, im Wesentlichen aufgrund gestiegener Risikovorsorge sowie eines geringeren Neugeschäfts.

Das Konzernergebnis vor Steuern wird unverändert deutlich unter dem Vorjahresniveau erwartet.

Wie geplant werden wir mit dem Personalstand 2020 leicht unter Vorjahr liegen.

 

Meine Damen und Herren,

 

hohe Profitabilität und ein konsequentes Kostenmanagement, auch zur Schaffung von Freiräumen zur Finanzierung notwendiger Zukunftsthemen, stehen weiter im Fokus unserer finanziellen Steuerung. Wir profitieren heute beispielsweise von der strategischen Fokussierung auf das obere Luxussegment: Mit den attraktiven Modellen der 8er Reihe und dem BMW X7 haben wir das Absatzvolumen hochprofitabler Modelle seit 2018 um über 70% steigern können.

In den kommenden Monaten liegt das Hauptaugenmerk auf der Absicherung des Ergebnisses und der weiteren Verbesserung des Free Cashflow. Wir streben für das Gesamtjahr einen Free Cashflow von mindestens 1,5 Mrd. Euro an. Ein möglicher Zahlungsabfluss im Zusammenhang mit den Kartellvorwürfen der EU-Kommission sowie eine deutliche Verschärfung der Auswirkungen der Corona-Pandemie sind in dieser Einschätzung nicht enthalten.

Die konsequente Nutzung von Chancen und absolute Kostendisziplin stehen bis zum Jahresende weiterhin in allen Unternehmensbereichen klar im Fokus.

Wir werden bei Bedarf weiterhin schnell und flexibel auf die nach wie vor äußerst volatile Lage reagieren. Unsere Produktions-, Vertriebs- und Einkaufsnetzwerke haben diese Herausforderungen bisher exzellent gemeistert. Die enge Orientierung der Produktion entlang der Nachfrage hat sich bewährt. Das werden wir fortsetzen.

 

Meine Damen und Herren,

 

wir denken langfristig. Hohe Profitabilität ist die Basis, um unsere strategischen Ziele wie die Elektrifizierung und Digitalisierung zu erreichen. Das gilt auch in diesen herausfordernden und volatilen Zeiten. Wir treffen jetzt die richtigen Entscheidungen und nehmen die richtigen Weichenstellungen vor, um den langfristigen Unternehmenserfolg sicherzustellen und auch künftig profitabel zu sein.

Vielen Dank.

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Die Angaben sind bereits auf Basis des neuen "WLTP Fahrzyklus" ermittelt und zur Vergleichbarkeit auf "NEFZ" zurückgerechnet. Bei den Fahrzeugen können für die Bemessung von Steuern und anderen fahrzeugbezogenen Abgaben, die auch den CO2-Ausstoß betreffen, andere als die hier angegebenen Werte gelten.

Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem "Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personen-kraftwagen" entnommen werden: https://www.dat.de/co2/.

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