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Sicherheit bei Massen- und Nebelunfällen: Italienische Autobahngesellschaft setzt auf COMPANION
Thu Nov 28 17:45:00 CET 2002 Pressemeldung
Die italienische Autobahngesellschaft "Autostrade Brescia-Verona-Vicenza-Padova" rüstet zusätzlich zu einer bestehenden Teststrecke zwei verkehrlich besonders belastete Teilstrecken in Oberitalien mit dem von der BMW Group und dem Entwicklungspartner RUETZ Traffic Systems entwickelten Warnsystem COMPANION aus.
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Andreas Klugescheid
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Andreas Klugescheid
BMW Group
München. Die italienische Autobahngesellschaft "Autostrade
Brescia-Verona-Vicenza-Padova" rüstet zusätzlich zu einer bestehenden
Teststrecke zwei verkehrlich besonders belastete Teilstrecken in Oberitalien
mit dem von der BMW Group und dem Entwicklungspartner RUETZ Traffic Systems
entwickelten Warnsystem COMPANION aus. Damit geht das System, das durch
blinkende Warnpfosten vor Gefahrensituationen warnt und somit Unfälle vermeiden
hilft, zum ersten Mal als Serienprodukt in den Alltagsbetrieb.
Carlo Lepore, Generaldirektor der italienischen Autobahngesellschaft: "Mit der
COMPANION-Teststrecke Montebello-Soave haben wir so positive
Betriebserfahrungen gesammelt, dass wir das System jetzt auch auf anderen
neuralgischen Strecken einsetzen werden. Die Tests haben die Wirksamkeit des
Konzepts der vorsorglichen, zeit- und ortsgenauen Warnung klar bewiesen." Mehr
als 50 Mal seit Inbetriebnahme vor 3 Jahren löste das in COMPANION integrierte,
vollautomatische Überwachungssystem aus und sorgte durch die blinkenden
COMPANION Warnpfosten für eine effektive Warnung der Autofahrer vor tückischen
Nebelbänken, Unfällen oder Stauenden. Das ergibt gerade in dem herbsttypischen
Übergangswetter eine deutliche Verringerung der Gefahren für den Autofahrer.
Ebenso wirksam ist das System bei Massenunfällen. Schließlich wurden alleine in
der Bundesrepublik Deutschland nach Angaben des statistischen Bundesamtes im
letzten Jahr fast 6.000 Menschen bei Massen- und Nebelunfällen verletzt, 136
starben.
COMPANION wird zwei je 20 Kilometer lange Autobahn-Teilstücke entschärfen.
Die zwei neu zu installierenden COMPANION Abschnitte werden von RUETZ Traffic
Systems als Serienprodukt geliefert und in Betrieb genommen.
Auf einem 20 Kilometer langen Teilstück der Autobahn A4 unterhalb des Gardasees
zwischen Sirmione und Sommacampagna überwachen dann 156 in die COMPANION
Warnpfosten integrierte Radarsensoren den Verkehrsfluss und 18 Nebelsensoren
die Sichtweite. Diese Strecke ist wegen ihrer Unfallhäufigkeit besonders
gefürchtet. Wird ein Gefahrenmoment erkannt, beginnen die Warnpfosten zu
blinken. Wie weit vor der eigentlichen Gefahrensituation die COMPANION-Pfosten
aktiviert werden, richtet sich jeweils nach der aktuellen Verkehrssituation und
der Streckenführung. Dieses Prinzip gilt auch für die zweite Strecke, ein
ebenfalls 20 Kilometer langes Teilstück der Autobahn A4 zwischen Grisignano und
Padova Est. Auch dort erfassen 19 Nebel- und 156 Radarsensoren Umwelt- und
Verkehrsbedingungen. Dieser Bereich ist besonders durch Nebel gefährdet.
Die COMPANION Warnsysteme werden in umfangreiche Anlagen zur
Verkehrsbeeinflussung integriert, die unter anderem auch Schilderbrücken und
Videokameras mit Bilderkennung beinhalten.
Zusätzlich zur Erhöhung der Verkehrssicherheit wird durch eine Harmonisierung
des Verkehrsflusses und damit des Verkehrsdurchsatzes auch die
Wirtschaftlichkeit des Autobahnbetriebs erhöht.
COMPANION: Erfolgreiche Entwicklung von BMW Group und RUETZ Traffic Systems aus
dem PROMETHEUS Programm.
COMPANION ist in partnerschaftlicher Entwicklung von BMW Group und RUETZ
Traffic Systems im Rahmen des paneuropäischen Forschungsprogramms PROMETHEUS
entstanden. Bei diesem Warn- und Informationssystem ersetzen Warnpfosten mit
eingebauten, elektronisch gesteuerten Leuchteinheiten die herkömmlichen
Straßenbegrenzungspfosten.
Über Lichtwellenleiter stehen sie direkt mit dem COMPANION Control-Computer in
der Verkehrsleitzentrale in Verbindung. Programme zur automatischen
Störfallerkennung aktivieren selbstständig bei Bedarf die Leuchteinheiten und
warnen die betroffenen Verkehrsteilnehmer ortsgenau und ohne Zeitverzögerung.
Die erste prototypische Teststrecke mit COMPANION-Warnpfosten wurde in München
an der Autobahn A92 Fahrtrichtung München zwischen der Flughafeneinfahrt und
dem Kreuz München-Nord im Februar 1996 fertiggestellt und halbautomatisch
betrieben. Zur Erfassung des Verkehrszustandes an der A92 wurden später in der
Fahrbahn integrierte Doppelinduktionsschleifen genutzt und Einzelfahrzeugdaten
erhoben. Auf der Basis dieser Daten wurden geeignete Verfahren zur
Störungserkennung und -Lokalisierung mit Hilfe eines integrierten
Filterschätzverfahrens entwickelt und 2001 erfolgreich im vollautomatischen
Betrieb eingesetzt.
Parallel dazu wurden auf einer weiteren Teststrecke in Schottland Radarsensoren
in COMPANION integriert, um eine noch höherwertige Verkehrserfassung zu
erreichen.
Die Erfahrungen aus allen drei Teststrecken sind von RUETZ Traffic Systems in
die Entwicklung der Serienversion von COMPANION wie sie nun in Italien
geliefert wird, eingeflossen..