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BMW Group Award für Interkulturelles Lernen verliehen
Tue Feb 18 12:00:00 CET 2003 Pressemeldung
Gestern wurden der BMW Group Award für interkulturelles Lernen und der BMW Group Award für Forschung im Bereich Interkulturelles Lernen für das Jahr 2002 vergeben. Die Auszeichnungen, die jährlich unter internationalen Bewerbern ausgelobt werden, wurden im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im BMW Forschungs- und Innovationszentrum von Michael Kirsch, Leiter Public Relations der BMW Group, überreicht. Die Preise gehen nach Polen, Deutschland, Russland, Bulgarien und USA
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Konstanze Carreras
BMW Group
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Autor.
Konstanze Carreras
BMW Group
Die Preise gehen nach Polen, Deutschland, Russland, Bulgarien und USA
München. Gestern wurden der BMW Group Award für interkulturelles Lernen und der
BMW Group Award für Forschung im Bereich Interkulturelles Lernen für das Jahr
2002 vergeben. Die Auszeichnungen, die jährlich unter internationalen Bewerbern
ausgelobt werden, wurden im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im BMW
Forschungs- und Innovationszentrum von Michael Kirsch, Leiter Public Relations
der BMW Group, überreicht.
Der BMW Group Award für Interkulturelles Lernen und der Award für Forschung auf
diesem Gebiet werden von der BMW Group seit 1997 verliehen.
Die Auslobung der Preise erfolgt im Rahmen des LIFE-Programms, einem Konzept,
das die BMW Group in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsinstitut für
Schulpädagogik in München (ISB) entwickelt hat. Das LIFE-Konzept wurde im
Rahmen des Engagements der BMW Group gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt und
für Völkerverständigung erarbeitet und dient der Entwicklung und
internationalen Verbreitung interkulturellen Lernens.
Preisträger des BMW Group Award für Interkulturelles Lernen
Der 1. Preis, 5.000 Euro und der BMW Group Award, ging an Maximilian Sailer und
Maria Fassbinder für das "Archäologieprojekt Landshut-Novosibirsk 2002".
Gewinnerin des 2. Preises von 1.500 Euro ist Dr. Jutta Kepser mit dem
Integrationsmodell "Interkulturelle Märchendidaktik".
Den 3. Preis von 1.000 Euro teilen sich Bettina Mickenbecker-Soubai aus
Bulgarien für das Projekt "Zaedno-Together-Zusammen" und Erin L. Foster aus den
USA für ihr "Learning Partner Program".
BMW Group Award für Forschung im Bereich Interkulturelles Lernen Der
Forschungspreis in Höhe von 5.000 Euro und der BMW Group Award gingen an das
Dissertationskonzept "Neue Aspekte der Offenheit im interkulturellen Kontakt"
von Elzbieta Chromiec aus Olsztyn/ Polen.
Begründungen der Jury
Die Begründungen der Jury für die Vergabe der Preise lauten im Einzelnen:
1. Preis:
Der 1. Preis geht an das "Archäologieprojekt Landshut-Nowosibirsk 2002", in dem
archäologische Grabungen das Forum für interkulturelles Lernen sind.
In der sehr sorgfältigen Vorbereitung und Durchführung geht dieses Projekt in
innovativer Weise deutlich über den üblichen Schüleraustausch hinaus. Während
die russischen Gäste gemeinsam mit ihren deutschen Gastgebern zwei Wochen lang
in Landshut arbeiteten, folgte die Umkehrung der Rollen in einer zweiten Phase
im Raum Nowosibirsk. Freiwillige Beteiligung der Schüler verschiedener
Schularten, fachkundige Anleitung außerschulischer Experten und aktive
Mitwirkung der Familien gaben dem Vorhaben ihr Profil.
Das Projekt stellt ein besonders gelungenes und hervorragend beschriebenes
Beispiel für die Verbindung von fundierter Theorie und konsequenter Praxis dar.
Hierbei besticht vor allem die Normalität der Fremderfahrung in der konkreten
Ausgrabungsarbeit. Hervorzuheben ist darüber hinaus die engagierte Nutzung von
Lernchancen, namentlich im Bereich des gegenseitigen Fremdsprachenlernens.
Damit erfüllt das hier vorgestellte Modell in bestechender Weise die Kriterien
des BMW Awards für Interkulturelles Lernen.
2. Preis:
Der 2. Preis geht an das Integrationsmodell "Interkulturelle Märchendidaktik".
Das Projekt nutzt auf besondere Weise die multikulturelle Zusammensetzung
heutiger Grundschulen für spezifische interkulturelle, pädagogische und
sprachliche Zielsetzungen.
Eine Klasse mit überwiegend deutschen Kindern kooperiert auf vielfache Weise
mit einer Förderklasse deutsch lernender Kinder, so dass beide sowohl für die
eigene wie die fremde Sprache und Kultur besonders sensibilisiert werden. An
dieser präzisen und umfangreichen schulischen Arbeit sind über die Schule
hinaus zahlreiche Eltern, Experten, ehrenamtliche Mitarbeiter und die Gemeinde
mit ihrem Übergangswohnheim beteiligt.
Deutlich ausgerichtet an den Kriterien des BMW Group Award erarbeitet so dieses
Märchenprojekt neue Dimensionen interkulturellen Lernens. Es lässt das
Miteinander unterschiedlicher Sprachen und Kulturen für Kinder und Erwachsene
alltäglich, selbstverständlich und in weitem gesellschaftlichen Kontext
produktiv erlebbar werden.
3. Preis:
Der dritte Preis wurde an zwei Bewerbungen vergeben.
Ausgezeichnet wurde Bettina Mickenbecker-Soubai aus Sofia, Bulgarien für ihr
Projekt "Zaedno-Together-Zusammen". Sie nutzt künstlerische Aktivitäten der
Kinder und Jugendlichen aus verschiedenen Minderheiten als Impuls zur
besonderen Erfahrung von Andersheit. Nachdem sie schon im letzten Jahr ein
entsprechend ausgereiftes Konzept vorgelegt hat, ergänzt sie es jetzt durch
vielfältige konkrete Umsetzungen.
Mit dem BMW Group Award werden das sehr große Engagement und die gut begründete
Projektbeschreibung von Bettina Mickenbecker-Soubai gewürdigt.
Den dritten Preis erhält auch Erin L. Foster aus den USA für ihr "Learning
Partner Program".
Aus der genauen Kenntnis des Migrantenproblems in Deutschland, das durch die
PISA Studie 2002 zusätzliche Bedeutung bekommen hat, erarbeitete sie auf der
Basis eines in den USA bekannten Konzepts eine eigenständige, konkrete Lösung
für Deutschland, die interkulturelle Arbeit in der Praxis initiieren soll.
Durch den BMW Group Award wird Erin L. Fosters systematische Darlegung
gewürdigt, in der sie modellhaft das Entstehen von konkreten Partnerschaften
zwischen Migranten und Deutschen entwickelt.
BMW Group Award für Forschung im Bereich Interkulturelles Lernen:
Den BMW Group Award für Forschung im Bereich Interkulturelles Lernen erhält
Elzbieta Chromiec (Warmia und Mazury Universität / Polen) für ihre Arbeit:
"Neue Aspekte der Offenheit im interkulturellen Kontakt".
Frau Dr. Chromiec entwickelt auf der Basis der international relevanten
Literatur zum interkulturellen Lernen sowohl eine Typologie der
emotional-kognitiven Strategien von Kindern bei der Begegnung mit Fremden, als
auch ein für die Praxis bedeutsames Konzept der Vorbereitung, Beobachtung und
Analyse solcher Begegnungen. Ihre Forschungsarbeit dient damit insgesamt der
Unterstützung von offenen Haltungen gegenüber sprachlicher und kultureller
Fremdheit. Die Bedingungen des Fremdverstehens werden an konkreten
Begegnungsbeispielen differenziert erfasst, die Grenzen der Wahrnehmung von
vielfacher Differenz erforscht und die Möglichkeiten interkultureller Erziehung
behutsam, konkret und praxisnah umschrieben.
Der Beitrag von Frau Chromiec gibt so der Entwicklung von Modellen kindgemäßer
interkultureller Bildung und Erziehung in einer engen Verzahnung von Forschung
und pädagogischer Praxis wertvolle Impulse.
Die Jury
Die internationale Jury aus Wissenschaft, Forschung und Praxis, die die
jährlich eingesandten Projekte und Arbeiten betreut, besteht aus:
· Petra Hölscher, Staatsinstitut für Schulpädagogik und
Bildungsforschung München (ISB), Vorsitzende der Jury
· Dr. Josef Gerighausen, Ehemaliger Direktor des Goethe-Instituts, Nancy
· Prof. Hans Hunfeld, Katholische Universität Eichstätt
· Dr. Peter Igl, Staatsinstitut für Schulpädagogik und
Bildungsforschung München (ISB)
· Dr. Ivanka Kamburova, Direktorin des Instituts für Lehrerfortbildung
in Varna/ Bulgarien
· Prof. Dr. Friedrich Kratochwil, Internationale Universität Florenz
· Dr. Peter Meinel, Direktor des Staatsinstituts für Schulpädagogik
und Bildungsforschung München (ISB)
· Herta Oresic, Universität Maribor, Slowenien
· Prof. Dr. Arturo Tosi, Royal Holloway University of London
· Konstanze Carreras, Leiterin Gesellschaftspolitik,
Konzernkommunikation und Politik, BMW Group
Einsendeschluss ist der 15. September eines jeden Jahres.