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PressClub Österreich · Artikel.

An Expression of Joy: Der neue BMW Z4 kreiert ein spektakuläres Kunstwerk. - Wie der Künstler Robin Rhode und Regisseur Jake Scott den Roadster für einen TV Spot inszenieren.

Man stelle sich vor: eine Leinwand beinahe so groß wie ein Fußballfeld. Darauf explosive Formen in leuchtenden Farben wie Rot, Gelb oder Blau. Dann erkennt man allmählich in den Spannungsbögen, Kreisen und großen Farbtupfern dieses gewaltigen Bildes, dass ein markantes Reifenprofil diese Spuren auf der weißen Fläche gezogen haben muss. Ein Kunstwerk, das es in dieser Art noch nicht gegeben hat. Eine doppelte Premiere, denn der ausführende Künstler ist in diesem Fall ein Auto - der neue BMW Z4 Roadster.

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Michael Ebner
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Michael Ebner
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Los Angeles. Man stelle sich vor: eine Leinwand beinahe so groß wie ein
Fußballfeld. Darauf explosive Formen in leuchtenden Farben wie Rot, Gelb oder
Blau. Dann erkennt man allmählich in den Spannungsbögen, Kreisen und großen
Farbtupfern dieses gewaltigen Bildes, dass ein markantes Reifenprofil diese
Spuren auf der weißen Fläche gezogen haben muss. Ein Kunstwerk, das es in
dieser Art noch nicht gegeben hat. Eine doppelte Premiere, denn der ausführende
Künstler ist in diesem Fall ein Auto - der neue BMW Z4 Roadster.

Schon seit vielen Jahren bietet BMW mit seinen Art Cars großen
Gegenwartskünstlern die faszinierenden dreidimensionalen Oberflächen
verschiedener Sportwagen als Grundlage ihrer Gestaltung. Doch die Performance,
die der junge südafrikanische Künstler Robin Rhode geschaffen hat, sprengt
herkömmliche Rahmen. Denn hier ist das Fahrzeug nicht Modell, sondern Akteur.
"In dieser Arbeit soll für mich die Malerei selbst als kraftvolle, spannende
Aktion zum Ausdruck kommen", sagt Rhode. "Ein Sportwagen, quasi als Pinsel
eingesetzt, gibt mir die Möglichkeit, die Beziehung zwischen Emotion,
Technologie und Industriedesign auszuloten." Der Entstehungsprozess steht
somit gleichbedeutend neben dem fertigen Werk. Nicht zuletzt deshalb trägt die
Aktion auch den beziehungsreichen Titel "An Expression of Joy."

Dynamisch und spontan - wie aus dem Moment entstanden - wirken die kräftig-
bunten Formen, welche die Reifenspuren auf der Leinwand hinterlassen haben.
Doch jede Bewegung dieser Aktion war vorher genau bis ins kleinste Detail
geplant, mit enormen technischen Aufwand. Anders als beispielsweise noch bei
den "action paintings" des legendären amerikanischen Malers Jackson Pollock
konnte hier nichts dem Zufall überlassen werden. Als Künstler an der
Schnittstelle zwischen darstellenden Künsten und bildenden Künsten hat Robin
Rhode zwar viel Erfahrung mit akribischer Planung und der Einbeziehung eines
großen technischen Stabes, doch mit "An Expression of Joy" betrat auch er
Neuland. Das in jeder Hinsicht außergewöhnliche Kunstwerk, das da in den
riesigen Downey Studios in Los Angeles entstehen sollte, hatte noch eine andere
ebenso komplexe Komponente. Für die Markteinführung des neuen Z4 Roadster
drehte der preisgekrönte junge Regisseur Jake Scott eben diese Art Performance
parallel mit. Sie bildet die innovative Grundlage des TV-Spots, mit dem BMW den
Sportwagen ab Mitte 2009 bewerben wird.

Wie kommt die Palette der Farben überhaupt auf die Reifen? Nach welchen
Vorgaben agiert der Z4 als verlängerter Arm von Robin Rhode? Und wie schafft es
Jake Scott, diese Performance in ein ebenso fesselndes Filmerlebnis zu
übersetzen? Fragen, die erahnen lassen, von wie vielen Faktoren das Gelingen
dieser konzertierten Aktion von Hightech und künstlerischer Vision abhängig
ist. Den Anfang bildet auch hier die zündende Idee - die Idee nämlich, die
neue Generation des BMW Z4 Roadsters einmal ganz anders, in einer für
Sportwagen wirklich ungewöhnlichen Location zu präsentieren. "Eine
Inspirationsquelle war für mich die Bilderserie ,Rot, Gelb, Blau', die Gerhard
Richter 1973 für die BMW Zentrale in München geschaffen hat", erzählt Rhode.
Genauso fasziniert war er von den ersten Kinoanimationen der 1920er Jahre und
dem deutschen expressionistischem Film. "Die Spuren der Reifen verbinden die
Zweidimensionalität des Bildes mit der dritten räumlichen Dimension des
Fahrerlebnisses."

Am Anfang standen Skizzen, die der junge Künstler mit schwarzer Fingerfarbe
aufs Papier warf. Dann schuf er ein Storyboard, das die genauen Fahrmanöver und
die jeweils eingesetzte Farbe zeigte. Eine Kopie davon hatte der Fahrer im
Cockpit des Z4. Da man, außer vom Kran aus, die einzelnen Entstehungsphasen des
Bildes nicht unmittelbar kontrollieren konnte, gab es noch eine Miniatur der
Leinwand komplett mit Modellautos, um einzelne Fahrten simulieren zu können.
Auch an die präzisen Fahrkünste des Piloten, der schon bei den Dreharbeiten zu
"Italian Job" am Steuer eines MINI sein Können unter Beweis gestellt hatte,
wurden höchste Ansprüche gestellt. Gewohnt, auf Teststrecken ans Limit zu
gehen, musste er sich hier genau an die Vorgabe des Künstlers halten. Manchmal,
wenn Rhode noch nicht mit der Intensität des Farbauftrags zufrieden war, hieß
es, exakt in der Spur mehrmals vorwärts und rückwärts zu fahren. Für den
Farbauftrag wurden ferngesteuerte Düsen an den Achsen des Roadsters angebracht.
Um einem ungewollten Mischeffekt durch Farbrückstände vorzubeugen, wurde
jeweils immer wieder ein neuer Satz Reifen herangerollt.

Von Zeit zu Zeit betrat Rhode auch selbst die Leinwand, um einzelne Farben noch
einmal selbst aus Kannistern auszugießen. Ein weiterer optisch reizvoller und
völlig zufälliger Effekt am motorisierten Pinsel waren die unvermeidlichen
Farbsprenkel am Radgehäuse des Z4 - auch sie dynamische Spuren der
Bildkomposition. Die gewaltige Leinwand selbst besteht aus einzelnen Flächen,
die zu einem Ganzen zusammengefügt worden waren. So konnte der
Entstehungsprozess auch nach Planquadraten eingeteilt werden. Ein Umstand, der
auch für den späteren Transport wichtig ist: Teile des spektakulären
Riesenbilds gehen 2009 auf Tournee und werden schon Anfang Januar bei der Motor
Show in Detroit gezeigt.

Gut zwölf Stunden hat diese auch für Robin Rhode und die Mitarbeiter
außergewöhnliche Aktion gedauert. In dieser Zeit mussten aber ebenfalls
Regisseur Jake Scott und sein Team die Farbfahrten des neuen Z4 aufzeichnen.
Die Herausforderung dabei war sicherlich die Tatsache, dass die einzelnen
Passagen des zukünftigen TV-Clips sofort "sitzen" mussten. Mehrfache Takes
waren bei diesen Filmaufnahmen einfach nicht möglich. Scott, der gerade seinen
ersten Kinofilm dreht, hat schon mehrfach Auszeichnungen für seine Werbefilme
und Musikvideos gesammelt. Er nutzte seine Erfahrungen bei Mitschnitten von
Konzerten, um die Einmaligkeit dieser Live-Performance aufzuzeichnen. Die
Bewegungen des Z4 wurden allein mit 45 simultan aufzeichnenden Kamerawinkeln
eingefangen. Während Robin Rhode die Entfaltung der Farbchoreographie auf der
Leinwand verfolgte, kontrollierte Jake Scott an vielen Monitoren die
Kamerafahrten. "Für jeden Filmemacher ist es ein Geschenk, einem Künstler bei
der Arbeit über die Schulter schauen zu dürfen", erzählt er begeistert. "Man
erlebt den Ursprung des kreativen Schaffensprozesses. Und wann hat man schon
die Gelegenheit, beim Aufeinandertreffen von Kunst und Technologie so dicht
dran zu sein?"

Ganz dicht dran in der ansonsten hermetisch abgeriegelten Halle war auch "Easy
Rider" Dennis Hopper. Der Filmstar war mit seiner Kamera im Auftrag der
amerikanischen Ausgabe von "Vanity Fair" dabei, um hautnah "An Expression of
Joy" als Art in Progress zu erleben. Als legendärer "Easy Rider" versteht er
nicht nur etwas von der Faszination von Motoren, er zählt auch zu den großen,
ernsthaften Kunstsammlern Hollywoods.


Robin Rhode

Der junge Künstler, der 1976 in Kapstadt geboren wurde und heute in Berlin
lebt, hat sich vor allem mit ungewöhnlichen Aktionen einen Namen gemacht. Seine
Performances beziehen sich oft auf Erfahrungen, die er als Jugendlicher in
Johannesburg machte und stellen Bezüge her zwischen Sport, Musik, Mode und dem
eigentlichen künstlerischen Gestaltungsprozess. 2001 wurde Rhode für den
südafrikanischen FNB Vita Art-Preis nominiert. Mit verschiedenen Ausstellungen
war er in seinem Heimtland, in Portugal und England vertreten.


Jake Scott

Der Engländer Jake Scott, Jahrgang 1965, dreht seit 15 Jahren mit großem Erfolg
Werbefilme und Musikvideos, für die er mit Preisen überhäuft wurde. So erhielt
er schon mehrfach den MTV Award, eine Grammy-Nominierung, einen Emmy und den
großen Preis des Werbefilmfestivals in Cannes. Zu seinen Kunden zählen
Weltmarken wie Adidas, American Express, AOL, Coca Cola oder JP Morgan. Die
Liste der Künstler, für die er Videos konzipiert und gedreht hat, liest sich
wie ein Who's Who der Musikwelt: REM, U2, Smashing Pumpkins oder George
Michaels. Der Sohn des Regisseurs Sir Ridley Scott ("Alien", "Blade Runner",
"Gladiator", außerdem einen Kurzfilm für die BMW Internet Filmserie "The Hire")
hat kürzlich seinen zweiten Spielfilm abgedreht, "Welcome to the Riley's".

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