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PressClub Deutschland · Artikel.

BMW Sauber F1 Team präsentiert in Hinwil den Supercomputer Albert2

Das BMW Sauber F1 Team hat ein neues Superhirn. Albert2, der am Donnerstag in Hinwil internationalen Medienvertretern vorgestellt wurde, ist gemäß der aktuellen Top-500-Liste für Supercomputer die schnellste industriell genutzte Maschine in Europa.

Technologie

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Joerg Kottmeier
BMW Group

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Joerg Kottmeier
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Hinwil, 14. Dezember 2006. Das BMW Sauber F1 Team hat ein neues Superhirn.
Albert2, der am Donnerstag in Hinwil internationalen Medienvertretern
vorgestellt wurde, ist gemäß der aktuellen Top-500-Liste für Supercomputer die
schnellste industriell genutzte Maschine in Europa. Albert2 basiert auf
Intel-Prozessoren und wird vom Team für die computergestützte
Strömungssimulation (CFD) verwendet. Er ist dabei durchschnittlich rund dreimal
schneller als sein Vorgänger.

BMW Motorsport Direktor Mario Theissen: "Die Aerodynamik beeinflusst maßgeblich
die Performance moderner Formel-1-Fahrzeuge. Dabei ergänzen sich die
experimentelle Arbeit im Windkanal und die computergestützte
Strömungssimulation. Die Inbetriebnahme von Albert2 bedeutet eine entscheidende
Stärkung unserer CFD-Kapazität. Im Gegensatz zu andern Teams planen wir nicht
den Bau eines zweiten Windkanals, sondern werden in Zukunft weiter auf die
stetig wachsenden Möglichkeiten in diesem Bereich bauen.

Wir haben uns für die neue Saison zum Ziel gesetzt, den Abstand zur Spitze
weiter zu reduzieren. Unser neuer Supercomputer auf Intel-Basis ist ein
wichtiges Werkzeug, das uns dabei unterstützt."
"Die Anforderungen des BMW Sauber F1 Teams an Rechenleistung sind immens, und
die leistungsfähigen Dual-Core Xeon Prozessoren bringen das Team bei der
computergestützten Strömungssimulation an die Weltspitze", sagt Christian
Morales, Vice President & General Manager von Intel Europa, dem Mittleren Osten
und Afrika.

"Mit der Erweiterung der Xeon Produktfamilie in Richtung Multi-Core können wir
auch zukünftigen Ansprüchen des BMW Sauber F1 Teams an die Rechenleistung bei
der computergestützten Strömungssimulation gerecht werden."
Albert2 basiert auf Intel-Technologie. Er verfügt über 256 Knoten mit je zwei
Intel Xeon 5160 Prozessoren, von denen jeder wiederum zwei Kerne besitzt. Dies
ergibt insgesamt 1024 Kerne. Die Kapazität des Hauptspeichers beträgt 2.048
GByte, die maximale Rechenleistung 12.288 GFlops.

Zur Erklärung für Nicht-Computer-Experten heißt das, dass Albert2 pro Sekunde
12.288.000.000.000 Fließkomma-Rechenoperationen ausführen kann. Für die gleiche
Rechenleistung müssten alle Einwohner der Stadt München (1,3 Millionen) während
eines ganzen Jahres alle dreieinhalb Sekunden zwei achtstellige Zahlen
multiplizieren.
Mit diesen Daten ist Albert2 gemäß den definierten Kriterien für die Aufnahme
in die Top-500-Liste von Supercomputern 5,5 mal schneller als sein Vorgänger
Albert.

In der Praxis spielt, wie bei jedem Rechner, die verwendete Software eine
entscheidende Rolle, wenn es um Tempo geht. Doch auch mit den komplexen
Programmen für die CFD-Berechnungen ist die Steigerung noch enorm: Unter
Verwendung der ANSYS-Fluent-Applikation ergibt sich eine durchschnittliche
Verbesserung der Leistungsfähigkeit um Faktor drei.

Die Architektur des Supercomputers wurde von der Schweizer Firma DALCO
entwickelt. Ein wichtiges Ziel war das Erreichen einer hohen Effizienz sowie
einer sehr guten Skalierung, das heißt, dass sich Operationen ohne
nennenswerten Leistungsverlust auf viele Prozessoren aufteilen lassen.

Die Software für CFD-Berechnungen liefert die deutsche Niederlassung der
amerikanischen Firma Fluent Inc., seit Mai 2006 eine hundertprozentige Tochter
von ANSYS Inc. Ihre Spezialisten arbeiten bereits seit mehreren Jahren mit den
CFD-Ingenieuren in Hinwil zusammen und haben dabei die Software kontinuierlich
weiter optimiert.

Untergebracht sind die Intel-Prozessoren in High Density Racks von American
Power Conversion (APC). Diese vereinen Stromversorgung, Kühlung und
Umgebungsüberwachung in einer optimierten Rack-Konstruktion. Der Supercomputer
besteht aus insgesamt zehn Racks, die eine Breite von je einem Meter, eine
Tiefe von 1,20 Metern und eine Höhe von 2,30 Metern haben. Daraus ergibt sich
eine Gesamtlänge von zehn Metern bei einem Gewicht von insgesamt 21 Tonnen.

Genutzt werden die enormen technischen Möglichkeiten von Albert2 für Analysen
im Bereich der Aerodynamik. Mittels CFD werden am Computer Aerodynamik-Teile
für die Formel-1-Rennwagen berechnet. Dabei werden numerische
Gitternetz-Modelle verwendet, die oft aus mehr als 100 Millionen Zellen
bestehen. CFD spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Front-, Heck-
und Zusatzflügeln, sowie maßgeblich bei der Motor- und Bremsenkühlung.

Für die CFD-Spezialisten bedeutet die Leistungsfähigkeit von Albert2, dass sie
Berechnungen entweder schneller oder genauer ausführen können. Willem Toet,
Head of Aerodynamics im BMW Sauber F1 Team, erklärt: "Dank Albert2 können wir
mehr Varianten und komplexere Modelle berechnen, was letztlich einen Vorteil
auf der Stoppuhr bringt. Besonders vorteilhaft ist die gute Skalierung, die uns
eine sehr hohe Flexibilität ermöglicht."

Computergestützte Strömungssimulation steht nicht in Konkurrenz zur Arbeit im
Windkanal, sondern ergänzt diese. So werden beispielsweise bei der Entwicklung
eines neuen Frontflügels viele Varianten mittels CFD berechnet, bevor die viel
versprechendsten dann am 60-Prozent-Modell im Windkanal ausgetestet werden.

"Ein großer Vorteil von CFD liegt darin, dass man die Luftströmung darstellen
kann und dadurch versteht, warum ein Teil besser ist als ein anderes.
Simulation und experimentelle Aerodynamik befruchten sich damit gegenseitig",
ergänzt Toet.

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