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Pech für BMW bei Petit Le Mans
Sun Oct 01 12:00:00 CEST 2000 Pressemeldung
BMW blieb glücklos beim Petit Le Mans-Rennen in Road Atlanta im US-Bundesstaat Georgia.
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Joerg Kottmeier
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Joerg Kottmeier
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9. Lauf American Le Mans Series, Road Atlanta, Georgia (USA)
Pech für BMW bei Petit Le Mans
Atlanta/München. BMW blieb glücklos beim Petit Le Mans-Rennen in Road Atlanta
im US-Bundesstaat Georgia. In der 339. von 394 Runden des 1000-Meilen-Rennens
drehte sich Jörg Müller (D) an zweiter Position fahrend mit dem BMW V12 LMR von
der Strecke. Sein Teamkollege JJ Lehto (FIN) übernahm den Sportwagen und
brachte ihn in dem dramatischen neunten Lauf der American Le Mans Series (ALMS)
als Fünfter ins Ziel.
Lehto/Müller waren mit dem von Jenny Holzer zum Art Car gestalteten Prototypen
in Anwesenheit der Künstlerin von Platz vier gestartet. Der zweite BMW V12 LMR
mit dem Amerikaner Bill Auberlen und Jean-Marc Gounon (F) war von Platz sechs
ins Rennen gegangen und fiel bereits nach 58 Runden aus. Auberlen, zu diesem
Zeitpunkt seit 15 Runden am Steuer, war bei einem Rückwärts-Überschlag des
Wagens mit einer Prellung des rechten Ellbogens davon gekommmen.
Sieger des über neun Stunden dauernden Rennens wurden die Audi-Piloten Allan
McNish, Rinaldo Capello und Michele Alboreto vor ihren Markenkollegen Frank
Biela, Emanuele Pirro und Tom Kristensen. In der Folge hat McNish nun die
Führung in der Fahrerwertung von Jörg Müller übernommen.
BMW Motorsport Direktor Dr. Mario Theissen: "Vor allem sind wir sehr froh, dass
Bill diesen Unfall praktisch unverletzt überstanden hat. Wir haben sofort die
Datenaufzeichnungen analysiert und mit den Daten früherer Runden verglichen
sowie mit den Aussagen unserer Fahrer. Wir sind sicher, dass unser Auto auch
auf dieser Kuppe ausreichend Abtrieb entwickelt. Nur eine sehr unglückliche
Verkettung von Faktoren bei einem Überholvorgang direkt auf dieser Kuppe konnte
diese Extremsituation verursachen, in welcher der Luftstrom unter dem Auto
plötzlich abgerissen ist. Natürlich hätten wir uns für Jenny Holzers Art Car
ein besseres Abschneiden gewünscht, vor allem, weil das Auto hier sehr
konkurrenzfähig war."
BMW Motorsport Team Manager Charly Lamm: "Kein Zweifel, die wichtigste
Nachricht von unserer Seite heute war, dass Bill okay ist. Das Auto sieht
bemerkenswert gut aus. Das Team hat es bereits während des laufenden Rennens
komplett auseinander genommen, und das Monocoque scheint intakt zu sein. Das
spricht für den Sicherheitsstandard unserer Prototypen. Positiv ist, dass unser
Auto Nummer 42 phasenweise das Tempo der Audi mitgehen konnte. Aber irgendwie
scheint uns der Platz hier nicht zu mögen."
JJ Lehto, #42: "Es war nicht unser Tag heute. Das Rennen war von der ersten
Runde an ein Sprint. Ich fand es wirklich hart und spüre jeden Knochen in
meinem Körper. Die Rennabstimmung war hier wieder richtig gut, und der Kampf
mit den Audi war großartig. Ich wünschte, wir wären auch in der Lage sie auf
der Geraden zu schlagen. Ich wusste sofort, dass Bill seinen Unfall heil
überstanden hat, weil er so lange am Streckenrand gewartet hat bis ich
vorbeikam, um mir zuzuwinken."
Jörg Müller, #42: "Wir sind hier heute jede Runde am Limit gefahren, und auf
der 339. ging es leider schief. Ich habe mich gedreht und bin mit dem Heck an
Reifenstapel angeschlagen, wobei der Heckflügel kaputt ging und gewechselt
werden musste. Insgesamt haben wir drei Plätze verloren."
Bill Auberlen, #43: "Ich habe ungefähr zehn Runden lang versucht, einen Lola zu
überholen und bin ihm dabei auch immer über die Kuppe auf der Gegengeraden ohne
Probleme dicht gefolgt. Auf der bewussten Runde kam ich mit viel Schwung aus
der Kurve zuvor und scherte nach rechts aus. Gleichzeitig lief der Lola auf
eine Corvette auf. Als er dran war, machte er eine sehr plötzliche Bewegung
nach rechts, um an der Corvette vorbeizufahren. In diesem Moment hat der Lola
meinem Vorderwagen den gesamten Abtrieb genommen. Ich wusste sofort, dass ich
in Schwierigkeiten bin, konnte aber nichts dagegen tun. Ich habe enorme
Turbulenzen an meinem Helm gespürt - mein Kopf wurde nach vorne gesaugt, und
mein Visier begann sich zu öffnen. Sofort danach hob mein Auto ab. Die Landung
war nicht gerade wie bei der Lufthansa, aber zum Glück auf allen vier Rädern.
Es ist so schade für das Team, das so hart gearbeitet hat. Das Auto war gut im
Rennen, und Jean-Marc ist exzellent gefahren."
Jean-Marc Gounon, #43: "Es ist unheimlich schade, dass das Rennen für uns so
früh vorbei war. Wir haben von den Testfahrten an intensiv gearbeitet, das Auto
wurde mit jedem Training besser. Ich bin froh, dass Bill nichts passiert ist."
Kein Glück auch für Hans-Joachim Stuck im BMW M3 des BMW Team PTG. Er führte
mit seinen Partnern Boris Said und Johannes van Overbeek eine Stunde lang die
GT-Klasse an. Später löste sich eine Ölleitung und wickelte sich um die
Kardanwelle, wegen eines weiteren Problems mit einer Ölleitung fiel das Auto
kurz vor Rennende aus.
Ergebnis nach 9 Stunden, 8 Minuten und 40,619 Sekunden:
1. Capello/McNish/Alboreto, Audi, 394 Rd.
2. Biela/Pirro/Kristensen, Audi, - 3 Rd.
3. Brabham/Magnussen, Panoz, - 3 Rd.
4. O?Connell/Katoh/Graf, Panoz, - 5 Rd.
5. Müller/Lehto, BMW, - 11 Rd.
6. Bernard/Collard, Cadillac, - 14 Rd.