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10 Jahre "Inzell-Initiative" in München Gemeinsame Lösungen statt verkehrspolitischer Auseinandersetzungen

München. Die Initiative "Verkehrsprobleme gemeinsam lösen", auch bekannt als die "Inzell-Initiative" wird 10 Jahre alt. Oberbürgermeister Christian Ude und Prof. Dr. Dr. E.h. Burkhard Göschel, Mitglied des Vorstandes der BMW AG, haben im Rahmen einer Festveranstaltung im Alten Rathaus wesentliche Ergebnisse und Leistungen der in dieser Form im Bundesgebiet einzigartigen verkehrspolitischen Zusammenarbeit gewürdigt. Zugleich wurde für die Zukunft der klare Anspruch formuliert, den Dialog aller genauso engagiert wie bisher fortzusetzen.

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Manfred Poschenrieder
BMW Group

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Manfred Poschenrieder
BMW Group

München. Die Initiative "Verkehrsprobleme gemeinsam lösen", auch bekannt als
die "Inzell-Initiative" wird 10 Jahre alt. Oberbürgermeister Christian Ude und
Prof. Dr. Dr. E.h. Burkhard Göschel, Mitglied des Vorstandes der BMW AG, haben
im Rahmen einer Festveranstaltung im Alten Rathaus wesentliche Ergebnisse und
Leistungen der in dieser Form im Bundesgebiet einzigartigen verkehrspolitischen
Zusammenarbeit gewürdigt. Zugleich wurde für die Zukunft der klare Anspruch
formuliert, den Dialog aller genauso engagiert wie bisher fortzusetzen.

Im September 1995 hatten sich Vertreter der öffentlichen Hand, Wirtschaft,
Wissenschaft, Politik und von Interessensverbänden erstmals in Inzell
getroffen, um ideologischen Gräben zu überwinden und gemeinsam Lösungen für die
Verkehrsprobleme des Ballungsraums München zu suchen.

Damals sagte Oberbürgermeister Christian Ude: "Wir wissen alle, dass 10% der
Fragen strittig sind und strittig bleiben werden. Aber darüber wollen wir uns
nicht heiß reden. Um für den Standort München von der Stelle zu kommen, wenden
wir uns erst einmal den 90% der konsensfähigen Punkte zu."

Seit 1995 wurden bei fünf weiteren Treffen die verkehrliche Entwicklung von
München eingehend diskutiert und konkrete gemeinsame Projekte vereinbart. Mit
dabei waren jeweils Oberbürgermeister Ude, hochrangige Vertreter der BMW Group,
Stadträte und Stadträtinnen, Fachleute aus städtischen Referaten, Vertreter des
Freistaats Bayern, Vertreter der unmittelbar mit dem Verkehr befassten
Institutionen, von Landkreisen, Städte und Gemeinden aus dem Umland, der
Wirtschaftsverbände und verschiedener Interessensvertretungen. Bis heute ist
diese Zusammenarbeit ein wertvoller Baustein für eine von weiten Kreisen
gemeinsam getragene Münchner Verkehrspolitik.

"Individualverkehr und öffentlicher Nahverkehr in einer Großstadt sind kein
Widerspruch, sondern wichtige Bausteine für ein ganzheitliches Verkehrssystem.
Um den Mobilitätsbedarf der Zukunft sinnvoll zu begegnen, ist ein kooperatives
Verkehrsmanagement unerlässlich. Erst eine gezielte Vernetzung der
Verkehrsträger wird die Leistungsfähigkeit des Systems steigern. Gerade
deswegen ist das große Engagement aller Beteiligten von Nöten", betonte Prof.
Göschel.

Was wurde bisher erreicht?
Eine Herausforderung für jede Stadt: das Parken. Lösungen durch Inzell: Die
"Blaue Zone" in der Altstadt Münchens hat eine Vielzahl von unübersichtlichen
Einzelregelungen stark vereinfacht, 1324 Schilder entfernt und zugleich Raum
für den Wirtschaftsverkehr geschaffen. Das Parkraummanagement innerhalb des
Mittleren Rings macht das knappe Gut wieder für alle verfügbar. Mit dem
voraussichtlich ab 2006 zur Verfügung stehenden Parkleitsystem wird die
Kapazität der 25 Parkhäuser mit insgesamt 7.700 Stellplätzen besser und aktiver
genutzt werden. Suchverkehr kann somit vermindert werden.

Ein weiteres wichtiges Vorhaben sind die so genannten "Rote Routen". Das Ziel
hierbei ist eine dauerhafte, stadtverträgliche Bewältigung des Verkehrs auf dem
Hauptstraßennetz zu gewährleisten. Denn eine Verkehrsberuhigung in Wohnvierteln
lässt sich nur durch eine Bündelung des Verkehrs auf dezidierten Hauptachsen
erreichen, auf denen der Verkehr mit geeigneten Maßnahmen verflüssigt wird. Die
verbesserte Verkehrssituation am nördlichen Teil des Mittleren Rings seit
Eröffnung des Petueltunnels zeigt deutlich die positiven Resultate dieses
Konzeptes auf.

Im Bereich des Öffentlichen Verkehrs stand die Attraktivität aus Kundensicht im
Vordergrund. Multimodale Informationsdienste wie die elektronische
Fahrplanauskunft EFA entstanden mit Unterstützung der Inzell-Initiative.
Umsetzungsreife Architekturkonzepte für moderne, kundenfreundliche
Umsteigebahnhöfe wurden entwickelt.

Über die Inzell-Initiative wurde das 30 Millionen Euro Forschungsprojekt
MOBINET umgesetzt. Die wichtigsten Ziele: den öffentlichen Nahverkehr
attraktiver machen, verbesserte Information für alle Verkehrsteilnehmer
schaffen und eine Optimierung der Nutzung des Hauptstraßennetzes erreichen.
Nach dem Motto "Münchens Verkehr soll intelligenter werden", geht mit MOBINET
die verstärkte Einführung des Verkehrs- und Mobilitätsmanagements einher.
Sichtbares Ergebnis hierfür ist die Verkehrszentrale München. Und nicht zuletzt
hat sich München durch seine Projekte im Rahmen des "Kooperativen
Verkehrsmanagements" zu einem europaweit beachteten Kompetenzzentrum für
Verkehrstelematik entwickelt. Zur Festigung und zum Ausbau dieser
Vorrangstellung wurde in der Inzell-Initiative jüngst der Vorschlag zur
Aufstellung eines Verkehrsmanagementplanes für die Landeshauptstadt München
verabschiedet.

Noch mehr Herausforderungen für die Zukunft
Die Anforderungen an die Mobilität werden in der Wachstumsregion München
weiterhin steigen. Ein Zeichen dafür ist der wachsende Anteil an
Verkehrsteilnehmern, die von außerhalb der Region 14 nach München kommen. Bei
den Berufspendlern sind dies beispielsweise bereits 44 %. Hinzu kommen noch
neue Effekte, die sich als Konsequenzen aus der Zunahme des Anteils älterer
Menschen an der Bevölkerung ergeben, denn viele ältere Menschen haben ein ganz
anderes Mobilitätsverhalten.

Die Anstrengungen zur Bewältigung der unterschiedlichsten Mobilitätsbedürfnisse
stellen größte Anforderungen an intelligente und effiziente Lösungen. Dies umso
mehr, als die öffentliche Hand dafür in absehbarer Zeit kaum mehr zusätzliches
Geld zur Verfügung stellen können wird.
Schon allein deshalb ist die Inzell-Initiative mehr denn je zukünftig
notwendig, damit die Partner pragmatische und erfolgreiche Antworten auf die
Herausforderungen entwickeln. In diesem Zusammenhang ist "kooperatives
Verkehrsmanagement" als zentrales Instrument zur verträglichen Bewältigung der
Mobilitätsbedürfnisse wichtig.

Die Spitzenstellung Münchens in Sachen Verkehrstelematik wird durch das jüngst
gestartete Kooperationsprojekt arrive ausgebaut, das ebenfalls aus der
Inzell-Initiative heraus entstand. arrive konzentriert sich auf die
Weiterentwicklung, Qualitätssicherung, Erprobung und Umsetzung von Prozessen
und Systemen für Verkehrsinformation, Steuerung und bei der Planung und dem
Management von Verkehr. Ein Ziel: mit Instrumenten wie dem verbesserten
Störfallmanagement die Verkehrsqualität erhöhen und multimodales
Mobilitätsmanagement festigen.

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