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BMW 7er Tage Miramas
Thu Jul 24 17:00:00 CEST 2008 Pressemappe
Fahrdynamik entsteht nicht nur in den Entwicklungszentren der BMW Motoren- und Fahrwerkskonstrukteure, sondern auch auf Teststrecken und Versuchsarealen. Dort werden alle Innovationen in langen Testreihen und unter anspruchsvollen Bedingungen auf die Probe gestellt, aufeinander abgestimmt und verfeinert. Für besonders intensive Erprobungsfahrten steht der BMW Group das unternehmenseigene Versuchsgelände Autodrome de Miramas in Südfrankreich zur Verfügung.
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Frank Strebe
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Author.
Frank Strebe
BMW Group
Das BMW Versuchsgelände autodrome de Miramas: Kapitel 1 Perfekte Bedingungen für Fahrdynamik. Das Design: Natürliche Präsenz, souveräne Sportlichkeit, präzise Eleganz Kapitel 2 Das Fahrerlebnis: Der komfortable Weg zu mehr Dynamik. Kapitel 3 Bedienkonzept und Fahrerassistenzsysteme: Für höchste Souveränität in jeder Situation. Kapitel 4 Der Antrieb: Konzentrierte Kraft in faszinierender Vielfalt. Kapitel 5 BMW Efficient Dynamics im neuen BMW 7er: Vorbilder stehen an der Spitze. Kapitel 6
1. Das BMW Versuchsgelände Autodrome de Miramas: Perfekte Bedingungen für
Fahrdynamik.
Fahrdynamik entsteht nicht nur in den Entwicklungszentren der
BMW Motoren- und Fahrwerkskonstrukteure, sondern auch auf Teststrecken und
Versuchsarealen. Dort werden alle Innovationen in langen Testreihen
und unter anspruchsvollen Bedingungen auf die Probe gestellt, aufeinander
abgestimmt und verfeinert. Für besonders intensive Erprobungsfahrten
steht der BMW Group das unternehmenseigene Versuchsgelände
Autodrome de Miramas in Südfrankreich zur Verfügung. Die zwischen Marseille und
Avignon gelegene ehemalige Rennstrecke bietet beste Voraussetzungen, um die BMW
typische Fahrdynamik eines neuen Modells unter verschie-
densten Bedingungen ausgiebig zu erproben und zu optimieren. Auch bei der
Entwicklung des neuen BMW 7er kam den umfangreichen Testfahrten auf dem
Versuchsgelände in Miramas eine Schlüsselrolle zu. Die Fahrwerkstechnik der
Limousine wurde einem umfangreichen und vielfältigen Testprogramm unterzogen.
Die dabei gewonnenen Erkenntnisse wurden im Rahmen des
Serienentwicklungsprozesses in die Praxis umgesetzt. Das Ergebnis steht fest:
ein Fahrverhalten, das den hohen Zielsetzungen der Entwickler entspricht,
die Erwartungen anspruchsvoller Kunden sogar noch übertrifft und damit die
Anforderungen an ein neues Modell von BMW in jeder Hinsicht erfüllt.
Seit mehr als 20 Jahren testet BMW neue Modelle und innovative
Fahrwerks-technik auf dem Versuchsgelände in Miramas. 1986 hatte BMW France
das rund 473 Hektar große Areal erworben, in den darauf folgenden Jahren wurden
die Teststrecken und -flächen kontinuierlich modernisiert und erweitert. Heute
stehen Versuchsstrecken mit einer Gesamtlänge von mehr als 52 Kilometern und
Büroarbeitsplätze für 328 Beschäftigte zur Verfügung.
Zur schnellen, zuverlässigen und sicheren Datenübermittlung können die
Entwicklungsingenieure leistungsfähige Standleitungen zwischen dem Autodrome de
Miramas und dem Forschungs- und Innovationszentrum (FIZ)
in München nutzen. Zu den wichtigsten Vorzügen des südfranzösischen Standorts
gehören die stabilen klimatischen Verhältnisse, die eine ganzjährige Nutzung zu
Erprobungszwecken ermöglichen. An durchschnittlich nur zwei Tagen im Jahr muss
der Testbetrieb wegen Schneefalls unterbrochen werden, Beeinträchtigungen
aufgrund von Regenfällen beschränken sich in der Regel auf 20 Tage pro Jahr.
Dank seiner Größe, seiner vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten und seiner
günstigen klimatischen Bedingungen stellt das BMW Versuchsgelände in Miramas
eine ideale Ergänzung zum Testbetrieb im nördlich von München gelegenen
Erprobungszentrum Aschheim, im nordschwedischen Erprobungs-stützpunkt Arjeplog
und zu den für BMW Fahrzeuge obligatorischen Ab-stimmungsfahrten auf der
Nordschleife des Nürburgrings dar. In Aschheim waren die Entwicklungsingenieure
bereits Ende der 1980er-Jahre an Kapazitätsgrenzen gestoßen. Die zunehmende
Intensität der Testprogramme und eine stetige Ausweitung der BMW Modellpalette
hatten die Notwendigkeit eines zusätzlichen Versuchsstandorts noch verstärkt.
In Miramas werden heute permanent sowohl BMW Automobile als auch Motorräder
erprobt. Bis zu 250 Fahrzeuge pro Tag können intensiven Versuchsprogrammen
unterzogen werden, jährlich werden so Millionen von Testkilometern absolviert.
Auch die personelle Auslastung des Versuchs-geländes Miramas mit rund 50.000
Manntagen pro Jahr dokumentiert ein-drucksvoll, welche Bedeutung die BMW Group
der Entwicklung und Optimierung der Antriebs- und Fahrwerkstechnik ihrer
Produkte beimisst.
Der Hochgeschwindigkeitskurs und die Handlingstrecken in Miramas
bieten darüber hinaus auch für Testfahrten mit den Formel-1-Boliden des BMW
Sauber F1 Teams sowie mit anderen BMW Motorsport-Fahrzeugen ideale Bedingungen.
Kontinuierlicher Ausbau zur modernen Testanlage.
Kern des Versuchsgeländes Miramas ist der einstige Rennstrecken-Rundkurs, ein
fünf Kilometer langes Asphaltoval. Die beiden jeweils einen Kilometer langen
und 16 Meter breiten Geraden des "Ovale de Miramas" sind durch zwei Kurven mit
einem Radius von jeweils 500 Metern miteinander verbunden.
In den Jahren 1990 und 1991 erweiterte BMW die ursprüngliche Rennstrecke um
einen mehr als 6 Kilometer langen Autobahnring, der speziell für Dauer-tests
und Hochgeschwindigkeitsfahrten konzipiert wurde. Bestandteil dieser
dreispurigen Rundstrecke ist eine Steilkurve. Ihre äußere Spur weist eine
Überhöhung von 37 Prozent auf und ermöglicht eine Fahrgeschwindigkeit von 264
km/h bei einer Querbeschleunigung von 0,3 g. Dort werden
die Fahreigenschaften von Prototypen und seriennahen Fahrzeugen in
unter-schiedlichen Entwicklungsphasen analysiert und optimiert.
Auf einer im Jahre 1997 in Betrieb genommenen Fahrdynamikfläche können
Fahrwerkskomponenten unter vielfältigen Bedingungen erprobt und detailliert
abgestimmt werden. Einzelne Abschnitte der rund 180.000 Quadratmeter großen
Fläche können bewässert werden, um Fahrbedingungen bei Nässe beziehungsweise
Aquaplaning-Situationen zu simulieren. Darüber hinaus stehen zur Analyse des
Lenkverhaltens und der Fahrstabilität spezielle Oberflächen mit besonders
niedrigen Reibwerten zur Verfügung. Auf ihnen
lassen sich bereits bei vergleichsweise geringen Geschwindigkeiten
Fahrsituationen darstellen, die auf herkömmlichen Straßenbelägen erst bei
deutlich höherem Tempo erreicht werden.
Ein Stück Nordschleife in Südfrankreich:
Nachbau des Nürburgring-Karussells.
Zu den neueren Testzonen auf dem BMW Versuchsgelände in Miramas gehört eine
Nachbildung des berühmten Nürburgring-Karussells. Dieser auch
als Caracciola-Kurve bekannte Streckenabschnitt der Nürburgring-Nordschleife
wurde im Zuge der Erneuerung des 1.365 Meter langen "Petit Ovale" im Zentrum
des Erprobungsgeländes von Miramas originalgetreu nachgebaut.
Das Karussell bietet aufgrund seiner speziellen Geometrie einzigartige
Möglichkeiten zur Abstimmung von Fahrwerkskomponenten unter anspruchs-vollsten
Bedingungen. Es besteht aus einer hochliegenden und gering geneigten
Asphalt-Fahrspur und einer innen angesetzten Steilkurve mit 30-prozentiger
Neigung. Im Testverlauf kann dort durch einen Fahrspur-wechsel zwischen dem
flachen äußeren Kurvenrand und der inneren Steilkurve eine Kippbewegung des
Fahrzeugs um die Längsachse provoziert werden - ein Versuchsszenario, das
höchste Anforderungen an mechanische Fahrwerkskomponenten und elektronische
Regelsysteme stellt.
Mit insgesamt vier Handlingkursen, die zum Teil neu angelegt beziehungs-weise
umfassend modernisiert wurden, stehen weitere Areale zur
Optimierung des Lenk- und Kurvenverhaltens, der Fahrstabilität und des
Dämpfungskomforts zur Verfügung. Sie werden sowohl für Fahrwerks- als auch für
Reifentests genutzt. Anspruchsvolle und zugleich praxisnahe
Fahrbahn-verhältnisse werden unter anderem auf einer Verschmutzungs- und einer
Staubstrecke simuliert. Auch für die Erprobung und Abstimmung von
Renn-fahrzeugen bieten die mit unterschiedlichen Kurvenverläufen,
Streckenprofilen und Oberflächen-beschaffenheiten ausgestatteten Handlingkurse
optimale Bedingungen. Allein für die Analyse des so genannten Nasshandlings
kann ein rund 1,5 Kilometer Streckenabschnitt dauerhaft bewässert werden.
Steigungshügel und Schlechtwegstrecken für konzentrierte Härtetests.
Auf dem BMW Versuchsgelände in Miramas werden Automobile und Motorräder nicht
nur hinsichtlich ihrer Fahrdynamik und ihrer Fahrstabilität optimiert, sondern
auch unter Extrembedingungen getestet, die weit
über die Anforderungen der täglichen Fahrpraxis hinausgehen. Auf diese
Weise wirken innerhalb kurzer Zeit Belastungen auf die Fahrzeuge ein,
die sich im Alltagsverkehr erst nach vielen Jahren ergeben. Eine Vielzahl von
Schlechtweg- und Offroadstrecken dienen dazu, die Zuverlässigkeit unter
härtesten Bedingungen zu testen beziehungsweise die besonderen Fähigkeiten von
allradgetriebenen Automobilen sowie von Enduro-Motorrädern weiter zu optimieren.
Eine außergewöhnlich große Vielfalt von Testbedingungen wird auf dem
im Jahre 2002 fertig gestellten Steigungshügel dargestellt. Sechs
Steigungs-strecken stehen dort zur Auswahl, vier von ihnen asphaltiert, die
beiden weiteren mit Betonfahrbahnen versehen. Die Neigungswerte der Strecken
betragen 5, 8, 12, 20, 32 beziehungsweise 58 Prozent. Hinzu kommt eine
Serpentinenstrecke mit einer Neigung von 10 Prozent. Auf dem Steigungs-hügel
werden das Anfahr- sowie das Bergan- und Bergabfahrverhalten
von Automobilen und Motorrädern getestet. In die vier Asphaltfahrbahnen
sind jeweils auf halber Höhe Niedrigreibwertstrecken aus Glassteinen
integriert,
die bewässert werden können. Durch die Bewässerung entsteht dort ein
Oberflächenreibwert, der dem von poliertem Eis entspricht.
Speziell für die Erprobung von Enduro-Motorrädern stehen in Miramas spezielle
Teststrecken zur Verfügung, auf denen nahezu alle abseits fester Straßen
auftretenden Fahrbahnverhältnisse nachgebildet wurden. Flussbett-passagen und
Wasserdurchfahrten gehören dort ebenso zum Testprogramm wie Sprungbereiche,
Kopfsteinpflasterwege sowie Bahnschwellen-, Schlamm-, Splitt- und
Felsplattenstrecken. Auch unter diesen Bedingungen werden sowohl
Erprobungsfahrten als auch Dauertests durchgeführt.
Werkstätten und Büros mit modernster Technik.
Ebenso wie die Büros der Entwicklungsingenieure sind auch die Werkstätten auf
dem BMW Versuchsgelände mit modernster Technik ausgerüstet. So können
Modifikationen und gegebenenfalls auch Reparaturen an den Testfahrzeugen zügig
vor Ort vorgenommen werden. Für die Überwachung und Koordinierung des
Testbetriebs steht eine Einsatzzentrale samt Kontroll-turm zur Verfügung.
Bereits seit 1999 ist auf dem Testareal auch ein Rollen-prüfstand im Einsatz,
auf dem Messprogramme bei Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h absolviert
werden können. Im Jahre 2004 wurde eine Spezialwerkstatt für
Wasserstofffahrzeuge in Betrieb genommen. Daran angeschlossen ist auch eine
Wasserstoff-Tankstelle. Eingeweiht wurden diese neuen Anlagen mit einer
spektakulären Rekordfahrt. Im September 2004 stellte der Prototyp BMW H2R in
Miramas neun Geschwindigkeitsweltrekorde für wasserstoffbetriebene Fahrzeuge
auf.
Vor der Bebauung des Geländes in Miramas hat die BMW Group von Fachleuten
umfangreiche Kartierungen und Bewertungen durchführen lassen, unter anderem um
eine optimale ökologische Verträglichkeit zu gewährleisten.
So tragen die Bebauungspläne den Ergebnissen von Biologen Rechnung
und beziehen die Lebensbedingungen der Tier- und Pflanzenarten in
dem Gebiet mit ein. Unabhängige Gutachter bescheinigen der BMW Group regelmäßig
einen besonders verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen des
Geländes, das trotz der industriellen Nutzung weiterhin als ökologisch wertvoll
gilt.
Im Gegensatz zu anderen Automobil- und Motorrad-Teststrecken steht
das Versuchsgelände Autodrome de Miramas ausschließlich der BMW Group
und ihren Zulieferern zur Verfügung. Über Schranken und Einfahrtscanner
wird die Zufahrt genau überwacht, um die Sicherheit des Testbetriebes
zu gewährleisten. Am kontinuierlichen Ausbau des Versuchsgeländes und seiner
Teststrecken lässt sich ablesen, wie die BMW Group interne Erprobungsverfahren
stetig weiterentwickelt, damit sie sowohl den hohen Qualitätsansprüchen des
Unternehmens als auch den veränderten Rahmen-bedingungen für moderne Fahrzeuge
gerecht werden. Mit immer neuen Innovationen auf dem Gebiet der
Fahrwerkstechnik nimmt daher
auch die Bedeutung des BMW Versuchsgeländes in Miramas für den
Entwicklungsprozess stetig zu.