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BMW Group Award für interkulturelles Lernen 2001 vergeben
Fri Mar 01 09:00:00 CET 2002 Pressemeldung
Die Preise gingen an Projekte aus Ungarn, der Schweiz und Deutschland.
Pressekontakt.
Konstanze Carreras
BMW Group
Tel: +49-89-382-52894
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Autor.
Konstanze Carreras
BMW Group
München. Zum fünften Mal vergeben wurde am 28.02.2002 im BMW Forschungs- und
Innovationszentrum der BMW Group Award für interkulturelles Lernen. Die
Auszeichnungen, die seit 1996 an internationale Preisträger verliehen werden,
wurden im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung von Michael Kirsch, Leiter
Public Relations der BMW Group, überreicht.
Der BMW Group Award für interkulturelles Lernen und der Award für Forschung auf
diesem Gebiet werden von der BMW Group jährlich verliehen.
Die Auslobung der Preise erfolgt im Rahmen des LIFE-Programms, einem Konzept,
das die BMW Group in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsinstitut für
Schulpädagogik in München (ISB) entwickelt hat. Das LIFE-Konzept wurde im
Rahmen des Engagements der BMW Group gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt und
für Völkerverständigung erarbeitet und dient der Entwicklung und
internationalen Verbreitung interkulturellen Lernens.
Preisträger des BMW Group Award für interkulturelles Lernen 2001
Der 1. Preis , 5.000 Euro und ein Solarmobile, ging an Rosa Mammel/Ungarn und
Partner für das Länder und Institutionen übergreifende Ferienprogramm
"Begegnung - Erholung - Bildung", das seit fünf Jahren in Trogen/ Schweiz
durchgeführt wird.
Gewinnerin des 2. Preises von 1.500 Euro ist Ingrid Vogl, Leiterin der
Mozart-Volksschule in Elsenfeld/ Landkreis Miltenberg mit dem Projekt "Mama
lernt Deutsch", einem Sprachkurs, "der Türen öffnet".
Den 3. Preis von 1.000 Euro erhielt die Mönchberg-Volksschule aus Würzburg für
ihr Gesamtkonzept von interkulturellem Lernen, das konsequent und mit langer
Tradition an dieser Schule durchgeführt wird.
BMW Group Award für Forschung im Bereich interkulturelles Lernen
Nach intensiver Lektüre der eingesandten Arbeiten und langer Diskussion konnte
sich die international zusammengesetzte Jury für das Jahr 2001 nicht
entschließen, den Award für Forschung im Bereich interkulturelles Lernen zu
vergeben.
Begründungen der Jury
Die Begründungen der Jury für die Vergabe der Preise lauten im Einzelnen:
1. Preis:
Der 1. Preis geht an das von Frau Rosa Mammel eingereichte Projekt der Länder
und Institutionen übergreifenden interkulturellen Initiative "Begegnung -
Erholung - Bildung", das im Jahr 2001 bereits zum fünften Mal durchgeführt
wurde.
Die Kinder des Pestalozzi-Kinderdorfs in Trogen/Schweiz treffen sich in ihren
Ferien mit Schülerinnen und Schülern aus verschiedenen Grundschulen Ungarns und
der Schweiz, Waisenkindern aus der Ukraine und aus Russland zu einem
mehrwöchigen interkulturellen Zusammenleben. Im Mittelpunkt dieser
Programmwochen steht für Betreuer wie Kinder die Auseinandersetzung mit der
jeweils eigenen und den fremden Kulturen. Sie erproben dabei völlig neue Formen
des toleranten Umgangs und der Konfliktlösung.
Die private Initiative setzt sich dabei gegen vielfältige Hemmnisse durch und
bringt Kinder und Erwachsene unterschiedlicher Kulturen in ein Netzwerk
gemeinsamer Verständigungsarbeit, welche auch die Grenzen institutioneller
Erstarrungen überwindet.
Die Jury würdigt hier im Besonderen die innovative Idee und das Engagement, das
interkultureller Verständigung überraschend neue Wege öffnet.
2. Preis:
Den 2. Preis erhält Ingrid Vogl, die Leiterin der Mozart-Volksschule in
Elsenfeld/ Landkreis Miltenberg für ihr interkulturelles Engagement und das
besonders qualifizierte und effektiv durchgeführte Projekt "Mama lernt
Deutsch".
Mit diesem Vorhaben kommt die Schule dem vielfach vorgetragenen Wunsch
ausländischer Eltern nach, gemeinsam mit ihren Kindern während der
Unterrichtszeit Deutsch zu lernen. Mit einem eigenen zielgruppenorientierten
Curriculum gelingt ein sehr erfolgreiches Sprachlernen, das das
Selbstbewusstsein der Frauen stärkt, zu ihrer Identitätsfindung beiträgt und
das gesamte Schulleben positiv beeinflusst.
Der Sprachkurs gibt den Müttern die Möglichkeit, die schulische Wirklichkeit
ihrer Kinder besser kennen zu lernen und sie so wirksamer begleiten zu können.
Über das bloße Sprachlernen hinaus fördert dieses Konzept interkulturelles
Lernen, Verstehen und Handeln im Schulalltag nachhaltig.
Mit der Auszeichnung dieses Projekts würdigt die Jury auch die innovative und
konsequente Weiterentwicklung eines interkulturellen Konzepts, das bereits im
Jahre 1999 mit dem BMW Group Award (1. Preis) ausgezeichnet wurde.
3. Preis:
Der 3. Preis geht an die Mönchberg-Volksschule in Würzburg, die auf eine lange
Tradition exemplarischer interkultureller Arbeit zurückblickt und ihr
Grundkonzept grenzenüberschreitender Verständigung fortlaufend ausgebaut,
intensiviert und präzisiert hat.
Das Schuljahr 2000/2001 war besonders bestimmt durch sorgfältig gegliederte
Entwicklungsschritte, welche deutsche und Kinder aus anderen Herkunftskulturen
im gemeinsamen Unterricht, im Prozess des Zweit-Sprachen-Lernens, im
Kennenlernen der verschiedenen Kulturen, in der Gestaltung der Freizeit, in der
Pflege unterschiedlicher Partnerschaften und in der Schulsozialarbeit
zusammenbrachten.
Die Jury erkennt damit an, dass hier der gesamte Schulalltag ganz
selbstverständlich durch das interkulturelle Miteinander geprägt und das LIFE
Konzept modellhaft umgesetzt wird.
Nichtvergabe des BMW Group Award für Forschung im Bereich interkulturelles
Lernen:
Die Einsendungen zeigten in den Augen der Jury keine neuen Wege oder
Perspektiven auf und genügten damit nicht den Kriterien für Innovation und
richtungsweisende Forschung.
Die Jury
Die internationale Jury aus Wissenschaft, Forschung und Praxis, die die
jährlich eingesandten Projekte und Arbeiten betreut, besteht aus:
· Petra Hölscher, Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung
München (ISB), Vorsitzende der Jury
· Dr. Josef Gerighausen, Ehemaliger Direktor des Goethe-Instituts, Nancy
· Prof. Hans Hunfeld, Katholische Universität Eichstätt
· Dr. Peter Igl, Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung
München (ISB)
· Dr. Ivanka Kamburova, Direktorin des Instituts für Lehrerfortbildung in
Varna/ Bulgarien
· Prof. Dr. Friedrich Kratochwil, Geschwister-Scholl-Universität, München und
The Ohio State University, Columbus/ Ohio
· Dr. Peter Meinel, Direktor des Staatsinstituts für Schulpädagogik und
Bildungsforschung München (ISB)
· Herta Oresic, Universität Maribor, Slowenien
· Prof. Dr. Arturo Tosi, Royal Holloway University of London
· Konstanze Carreras, Leiterin Gesellschaftspolitik, Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit BMW Group
Einsendeschluss ist der 15. September eines jeden Jahres.