PressClub Deutschland · Artikel.
Dr. Norbert Reithofer: "Steigende Kundenansprüche stellen Herausforderung für Automobilindustrie dar."
Tue Jun 25 18:45:00 CEST 2002 Pressemeldung
BMW Group Produktionsvorstand zeigt anlässlich eines Expertentreffens in Göteborg die hohen Anforderungen für eine erfolgreiche Automobilfertigung von morgen auf.
Pressekontakt.
Michael Blabst
BMW Group
Tel: +49-89-382-24697
Fax: +49-89-382-29756
E-Mail senden
Autor.
Michael Blabst
BMW Group
BMW Group Produktionsvorstand zeigt anlässlich eines Expertentreffens in
Göteborg die hohen Anforderungen für eine erfolgreiche Automobilfertigung von
morgen auf.
München. Der Kundenwunsch nach "maßgefertigten Fahrzeugen" nimmt international
zu. Enorm flexible Prozesse in der Fertigung, hohe Wandlungsfähigkeit und
vernetze Produktion - schlicht agile und effiziente Produktionsstrukturen -
sind Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Automobilfertigung der Zukunft.
In den 20er Jahren war es der industrielle Durchbruch, gemeint ist die
Fließbandproduktion à la Henry Ford. Tausende Automobile liefen damals in
gleicher Farbe und Ausstattung täglich von den Bändern. Doch viel hat sich
seitdem verändert, vor allem die Kundenansprüche. Heute soll das Fahrzeug immer
individuell nach Kundenauftrag wie ein Maßanzug gefertigt werden. Ein Beispiel
aus dem wichtigen Markt USA: Haben dort vor 10 Jahren unter 10 Prozent der BMW
Kunden ein individuell zugeschnittenes Fahrzeug bestellt, so liegt heute diese
Zahl bei über 30 Prozent. Der Trend ist offensichtlich und die Weichen sind
seitens der BMW Group schon gestellt.
Nach dem sogenannten Built-to-Order-Prinzip, also auftragsbezogen, fertigt die
BMW Group schon seit Jahrzehnten. Welche Komplexität hier besteht, zeigt
folgende Zahl: allein beim 7er BMW sind rein rechnerisch 10 hoch 17, das ist
eine Eins mit 17 Nullstellen, verschiedene Fahrzeug-Kombinationen möglich.
Wandlungs- und Vernetzungsfähigkeit ein Muss für den Erfolg von morgen
"Wandlungs- und Vernetzungsfähigkeit, also "atmende" Strukturen, sind
Grundvoraussetzungen für die erfolgreiche Fahrzeugproduktion von morgen. Ändern
sich Rahmenbedingungen, dann muss sich das Unternehmen zukünftig noch schneller
anpassen können, um im weltweiten Automobilmarkt langfristig erfolgreich zu
bestehen", so Produktionsvorstand Dr. Norbert Reithofer, bei einem
Expertenkongress in Göteborg.
Das weltweite Produktionsnetzwerk der BMW Group zeichnet sich schon heute durch
hohe Agilität aus. Die Auslastung der Werke richtet sich am Marktbedarf aus.
Jeder Standort ist grundsätzlich so ausgelegt, dass er mehrere Modelle bauen
kann. Ausnahmen: das Werk Oxford für den MINI und ab 2003 die Rolls-Royce
Manufaktur in England. Hier zeigt sich ein weiterer fundamentaler Vorteil des
BMW Group Netzwerks. Von der Handmanufaktur in Goodwood mit insgesamt nur zwei
Robotern bis hin zur hoch automatisierten und flexiblen Produktion in Oxford
ist umfangreiche Expertise im Netz permanent vorhanden, wird stetig verfeinert
und ausgebaut. Neues Wissen, wie es zum Beispiel mit dem Bau des BMW Werks
Leipzig in seiner wegweisenden baulichen Struktur entsteht, fließt unmittelbar
in das Netzwerk ein und kann sofort an allen Standorten genutzt werden. "So
hat die BMW Group früh gelernt auf Netzwerke zu setzen, um die eigenen
Ressourcen nicht nur zu optimieren, sondern zu vervielfachen", unterstreicht
Produktionsvorstand Rei
thofer weiter. Die BMW Group investiert in den kommenden fünf Jahren rund 16
Milliarden Euro in ihr weltweites Netzwerk.
Flexibilität bei Produkt und in der Organisation
Doch die geforderte Flexibilität zielt nicht nur auf das Produkt ab, sondern
betrifft vor allem auch die Organisation mit ihren Abläufen. So ist
beispielsweise der Wunsch, Änderungen nach Fahrzeugbestellung ohne Einfluss auf
den zugesagten Ausliefertermin vornehmen zu können, sehr groß. Das zeigt auch
die Zahl 40.000 bei BMW, denn das ist heute die Änderungsanzahl, die monatlich
seitens der Kunden nach Fahrzeugbestellung im Unternehmen bearbeitet und
umgesetzt wird.
Diese veränderten Rahmenbedingungen fordern die Produktion und Arbeitsabläufe.
Wegweisende Projekte, wie der Kundenorientierte Vertriebs- und
Produktionsprozess (KOVP) sind die Antwort. So gelang es, die
Prozessdurchlaufzeiten beim 7er BMW von in der Vergangenheit rund 28 Tagen auf
12 Tage zu verkürzen - ein Quantensprung innerhalb der
Built-to-Order-Produktion. Als Ziel für zukünftige Modelle werden sogar 10 Tage
avisiert. Des weitern setzt die BMW Group Benchmarks bei der
Änderungsflexibilität für den Kunden. So ist es schon heute beim 7er BMW
möglich, noch sechs Werktage vor Montagestart Änderungen in Farbe, Ausstattung
und Motorisierung ohne Einfluss auf den Ausliefertermin vorzunehmen. Eine
Flexibilität, die noch vor zehn Jahren kaum vorstellbar war.