PressClub Deutschland · Artikel.
Forever young: Der classic Mini gratuliert dem Porsche 911 zum 50. Geburtstag.
Thu Jun 06 00:00:00 CEST 2013 Pressemeldung
Designikonen unter sich: Das britische Kleinwagen-Original und die deutsche Sportwagen-Legende – gemeinsames Erfolgsrezept: Nur nicht erwachsen werden.
Pressekontakt.
Andreas Lampka
BMW Group
Tel: +49-89-382-23662
E-Mail senden
Autor.
Andreas Lampka
BMW Group
This article in other PressClubs
München. Im September 2013 feiert mit dem Porsche 911
der deutsche Sportwagen schlechthin seinen 50. Geburtstag. Zu den
zahlreichen Gratulanten zählt auch MINI – nicht zuletzt deshalb, weil
mit dem classic Mini ein ähnliches, nicht erwachsen werden wollendes
Gesamtkunstwerk zur Modellgeschichte gehört.
Auch wenn sich auf den ersten Blick (Anordnung der Motoren –
beim Mini in der Front, beim Elfer im Heck) scheinbar gewaltige
Unterschiede auftürmen, gibt es neben dem Kultstatus eine Reihe
weiterer Berührungspunkte, die MINI allemal herzliche Grußworte wert sind.
Zur gemeinsamen Geschichte zählt, dass beide Modelle mit
rasender Geschwindigkeit bekannt wurden. Der Mini als Newcomer, dessen
Absatzzahlen blitzschnell nach oben gingen – und dem 911er wurde als
Nachfolger des Porsche 356 das Tempo ohnehin in die Wiege gelegt.
Nur wenige Fahrzeugkonzepte haben ähnlich lange Zeitspannen
überdauert und sind trotz aller vorgenommenen Änderungen
unverwechselbar geblieben.
Gratulationen zu runden Geburtstagen beginnen meist mit den
Anfängen. Obwohl Mini und Porsche 911 ohnehin unvergleichlich sind,
gibt es ein paar auffällige Gemeinsamkeiten. Zum Beispiel die holprige
Namensfindung. Der 911 wurde 1963 zunächst als Porsche 901
vorgestellt. Die Null in der Mitte dreizahliger automobiler
Typenbezeichnungen war aber von Peugeot geschützt. Die Folge: Erst ein
Jahr später kam der legendäre Sportwagen dann als Porsche 911 auf den
Markt. Dass ausgerechnet die Nummer 1 eingefügt wurde, war wohl kein
Zufall. Zumindest in seiner Klasse ist es der Porsche bis heute
geblieben. Inzwischen in der siebten Generation angekommen, wurde der
„Elfer“ deutlich über 800.000 Mal verkauft – ein Spitzenwert in diesem Segment.
Der Mini hingegen kam quasi als Zwilling auf die Welt. Am 26.
August 1959 enthüllte die British Motor Corporation (BMC) das Ergebnis
ihrer Entwicklungsarbeit für einen revolutionären neuen Kleinwagen.
Dem Publikum präsentierten sich zwei Modelle: der Morris Mini-Minor
und der Austin Seven. Welcher Name sich durchgesetzt hat, ist bekannt.
Und um die Absatzzahlen zu vergleichen: Im Jahr 2000, als die
Produktion des classic Mini endete, standen für das meistverkaufte
britische Automobil 5.3 Millionen Einheiten zu Buche.
Aber was wären Erfolgstypen ohne ihre Väter? Weder Sir Alec
Issigonis noch Ferdinand Alexander Porsche ahnten, dass sie mit ihren
Entwürfen unsterbliche Ikonen der Neuzeit schufen. Allenfalls
Propheten konnten voraussehen, dass Ferdinand Alexander Porsche den
erfolgreichsten Sportwagen aller Zeiten und Alec Issigonis den
„einzigen coolen Kleinwagen der Welt“ erdachten.
Und noch ein paar Gemeinsamkeiten: Stillstand ist tabu. Denn
Weiterentwicklung ist ein Muss, um über Jahrzehnte oben mitzufahren.
Sich zeitgemäßer und zugleich faszinierender als jeder Wettbewerber zu
präsentieren, ist Anspruch beider Fahrzeuge. Nicht jede Modifikation
stößt dabei auf Begeisterung: Ob es nun die Umstellung von Luft- auf
Wasserkühlung bei Porsche war oder das deutliche Plus an Komfort und
Luxus beim ersten MINI unter BMW Ägide. Letztendlich haben sich beide
Evergreens bestens gehalten und sehen im Großen und Ganzen immer noch
aus wie früher – den guten Genen sei Dank. Auch neuen Modellen zu
einer Erweiterung der Palette zeigten sich beide Unternehmen gegenüber
aufgeschlossen – und waren erfolgreich. Panamera und Cayenne sprengten
in vielerlei Hinsicht ebenso vermeintliche Grenzen wie Countryman und Paceman.
Was sich nicht geändert hat, ist das jeweils „königliche“
Fahrvergnügen. 1960 bekam Sir Alec Issigonis durch Vermittlung seines
Freundes Lord Snowdon, des damaligen Ehemannes von Prinzessin
Margaret, die Chance, Queen Elizabeth den Kleinwagen vorzuführen. Sie
nahm neben Issigonis Platz und ließ sich eine Runde durch den großen
Park von Schloss Windsor chauffieren. A propos Queen: Zumindest vom
Namen her war da doch auch bei Porsche etwas: Steve McQueen. Sein
schiefergrauer 911er aus dem Film ‚Le Mans’, den er dort als
Privatwagen fuhr, gilt zurecht als ewige Legende.
Das Thema Motorsport ist bei Porsche und Mini ein wichtiges
Kapitel. Der 911 ist mit seinen Rennversionen das erfolgreichste
Racing Car, das je gebaut wurde. Praktisch jedes bedeutende Rennen
wurde gewonnen. Doch wer sich an die 1960er Jahre erinnert, hat auch
gleich den MINI Cooper S auf dem Schirm. Der Liebling der damaligen
Avantgarde war nicht nur auf der Straße eine Ausnahmeerscheinung. Mit
dem Klassensieg für den Finnen Rauno Aaltonen bei der Rallye Monte
Carlo 1963 begann seine beispiellose Erfolgsserie im Motorsport. Sie
gipfelte in den drei Gesamtsiegen bei der Rallye Monte Carlo in den
Jahren 1964, 1965 und 1967.
Jahrzehnte später kam es dann tatsächlich zu einem „echten“
Vergleich zwischen David und Goliath. Jim McDowell, damals Chef von
MINI in den USA, bot Porsche im Jahr 2010 einen Wettkampf auf der
US-Rennstrecke „Road Atlanta“ an. Ein 184 PS starker MINI Cooper S
sollte gegen den mit 345 PS ausgestatteten Porsche 911 Carrera
antreten. Bedingung – sonst wäre es naturgemäß witzlos gewesen – war
es, statt des eigentlichen Kurses das kleine Areal im Infield der
Rennstrecke als Austragungsort zu nehmen. Die dort abgesteckte Strecke
ist extrem winklig und ohne lange Geraden, hier sollte der
Kurvenkünstler eine kleine Chance haben. Am Ende hatte der Elfer zwar
rund zwei Sekunden Vorsprung auf den mutigen Außenseiter, doch findige
Leute rechneten aus, dass einen Porsche Fahrer jede Sekunde Vorsprung
beim Händler rund 38.000 US-Dollar kostet – was den Schmerz der MINI
Fans bei dieser nicht ganz ernst gemeinten Wette dann doch in engen
Grenzen hielt.