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Hans-Peter Naundorf über den Gesamtsieg für BMW bei den 24h Nürburgring: „Dieser Erfolg ist etwas sehr, sehr Besonderes“.

Als Nick Catsburg am Sonntagnachmittag um kurz nach 15.30 Uhr im BMW M6 GT3 die Ziellinie überquerte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Gemeinsam mit ROWE Racing und seinen Teamkollegen Alexander Sims und Nick Yelloly hatte Catsburg gerade die 24h Nürburgring gewonnen. Es war der erste Sieg für ROWE Racing in diesem 24-Stunden-Rennen. Und für Rekordsieger BMW war dies ein ganz besonderer Triumph: Der 20. Gesamtsieg kam genau im Jubiläumsjahr.

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München. Als Nick Catsburg (NED) am Sonntagnachmittag um kurz nach 15.30 Uhr im #99 BMW M6 GT3 die Ziellinie überquerte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Gemeinsam mit ROWE Racing und seinen Teamkollegen Alexander Sims und Nick Yelloly (beide GBR) hatte Catsburg gerade den Nordschleifen-Krimi 24h Nürburgring (GER) gewonnen. Es war der erste Sieg für ROWE Racing in diesem 24-Stunden-Rennen. Und für Rekordsieger BMW war dies ein ganz besonderer Triumph: Der 20. Gesamtsieg kam genau im Jubiläumsjahr. Inzwischen sind ein paar Tage vergangen, doch die Emotionen sind nach wie vor groß.

 

1970 – 2010 – 2020: Bereits bei der allerersten Auflage des 24-Stunden-Rennens 1970 hieß der Gesamtsieger BMW. Der 19. und vorerst letzte Gesamtsieg gelang dem BMW Team Schnitzer im Jahr 2010. Danach musste BMW lange auf den ersehnten nächsten und 20. Gesamtsieg warten, auch wenn die BMW Teams das Rennen in den folgenden Jahren vier Mal als Zweite auf dem Podium beendeten. Es schien fast so, als hätte sich das Rennschicksal diesen besonderen Plan genauso ausgedacht: Der 20. Gesamtsieg sollte passenderweise 2020 kommen, zum 50-jährigen Jubiläum des 24-Stunden-Rennens, 50 Jahre nach dem ersten und zehn Jahre nach dem bis dahin letzten Triumph.

 

„Der Moment der Zieldurchfahrt wird uns noch sehr lange in Erinnerung bleiben“, sagt BMW Group Motorsport Direktor Jens Marquardt. „Wir mussten zehn Jahre auf diesen Sieg warten, auch wenn die BMW Teams in den vergangenen Jahren vier Mal mit nur denkbar knappem Rückstand den zweiten Platz auf dem Podium geholt haben. Dass wir nun genau im Jubiläumsjahr ganz oben auf das Treppchen gefahren sind, macht den Sieg noch besonderer. ROWE Racing hat das Potenzial des BMW M6 GT3 bei äußerst schwierigen Bedingungen mit einem fehlerfreien Rennen und den richtigen strategischen Entscheidungen zur richtigen Zeit perfekt genutzt. Es war eine herausragende Performance und Gesamtteamleistung, belohnt mit dem lang ersehnten Sieg.“

 

Auch für ROWE Racing Teamchef Hans-Peter Naundorf hat dieser Erfolg einen besonderen Stellenwert. 2017 verpasste das Team den Gesamtsieg auf der Nordschleife in einem dramatischen Finale nur um 29,418 Sekunden. 2018 und 2019 verlief das Rennen schwierig, aber in diesem Jahr wendete sich das Blatt. „Mit den ganzen Faktoren, die das Rennen dieses Jahr so besonders gemacht haben, der Historie von BMW, dem sehnsüchtigen Wunsch von uns allen, dieses Rennen endlich zu gewinnen, und den ganzen gemeinsamen Anstrengungen, ist dieser Erfolg etwas sehr, sehr Besonderes“, sagt Naundorf. „Wir haben in all den Jahren immer am meisten Energie und die größten Hoffnungen in dieses Rennen gelegt und vor allem in den letzten beiden Jahren bittere Enttäuschungen mit frühen Ausfällen erlebt. Es ist eine sehr große Genugtuung, diesen Erfolg erreicht zu haben – erst recht, weil es in diesem Jahr das härteste 24h‑Rennen der jüngeren Geschichte war. Und am Ende waren wir dabei einfach ‚tougher than the rest‘.“

 

Das Team von ROWE Racing war es, das 2016 in Spa-Francorchamps für den ersten 24-Stunden-Sieg des BMW M6 GT3 gesorgt hatte. Laut Naundorf lassen sich diese beiden Erfolge aber nicht vergleichen: „In Spa war unser Erfolg 2016 für alle eine Überraschung, am Nürburgring zählten wir seit Jahren immer zum Favoritenkreis und wussten selbst, dass wir es können. Deshalb ist nach den ganzen Vorbereitungen und intensiven Jahren jetzt ein viel größerer Knoten geplatzt. In Spa haben wir mit einem ganz neuen Auto im ersten Jahr unverhofft direkt gewonnen. Jetzt, nach fünf Jahren, ist der BMW M6 GT3 standhaft, alles ist aussortiert. In dieser Situation müssen dann alle kleinsten Schräubchen richtig eingestellt werden, die richtigen Fahrer im Auto sitzen und dann noch der Renngott für diese Bedingungen sorgen, bei denen nur die Allerbesten fehlerfrei durchkommen. Die Nordschleife zu bezwingen, ist das Härteste, was ich in meinen 25 Jahren Rennsportleben bisher machen durfte.“

 

Laut Naundorf kommen dem BMW M6 GT3 die lange Laufzeit und die vielen Kilometer, die er bereits auf der Nordschleife absolviert hat, zu Gute: „Das Auto ist wahnsinnig standfest, wenn man es richtig einzusetzen weiß. Es gibt keine Baustellen mehr, alle Fahrzeuge von BMW sind wie ein Uhrwerk gerollt.“ Wie stark der BMW M6 GT3 in diesem Jahr auf der Nordschleife war, unterstreicht die Tatsache, dass nicht nur der Gesamtsieg an den BMW M6 GT3 ging, sondern dass vier der fünf eingesetzten Fahrzeuge ohne Zwischenfälle das Ziel erreichten, darunter drei in den Top-4. Platz drei auf dem Podium ging an das BMW Team Schnitzer, die Startnummer 98 von ROWE Racing belegte Rang vier.

 

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