PressClub Deutschland · Artikel.
Kamera-Auge statt Sichtkontrolle: Automatische Oberflächenflächeninspektion (AOI) im Karosseriebau
Fri Feb 13 10:00:00 CET 2026 Pressemeldung
+++ BMW Group Werk Dingolfing restrukturiert für rund zehn Millionen Euro den Finish-Bereich des Karosseriebaus +++ AOI-Technologie auch an unlackierten Karosserien im Einsatz +++
Pressekontakt.
Thomas Niedermeier
BMW Group
Tel: +49-8731-76-27666
E-Mail senden
Autor.
Sarah Koehler
BMW Group
Downloads.
Dingolfing. Mit innovativer Technik zu schnelleren Durchlaufzeiten, mehr Effizienz und Qualität: Im BMW Group Werk Dingolfing kommt seit diesem Jahr eine automatisierte Oberflächeninspektion auch von unlackierten Rohkarosserien zum Einsatz. Die Einführung des neuen Verfahrens im regulären Serienprozess ist Höhepunkt und Abschluss eines größeren Strukturprojekts. Das Werk investierte in den vergangenen zwei Jahren rund zehn Millionen Euro, um den Finish-Bereich seines Karosseriebaus zu konsolidieren und den Prozess der Komplettierung und Prüfung der Rohkarosserien zu optimieren.
Der Flächenbedarf und die Durchlaufzeit reduzieren sich in den neuen Strukturen um jeweils rund ein Drittel. Werkleiter Christoph Schröder: „Wir setzen damit die BMW iFACTORY konsequent um und nutzen die Potenziale der Digitalisierung, um noch effizienter zu werden und die Wettbewerbsfähigkeit unseres Werks weiter zu stärken.“
Innovatives Verfahren erstmals im Karosseriebau im Einsatz
Die Automatische Oberflächeninspektion mittels Roboter kommt schon in vielen Lackierereien der BMW Group zum Einsatz – so auch in Dingolfing. Dabei identifiziert das System abweichende Merkmale mittels sogenannter Deflektometrie. Das heißt: Während große Monitore schwarz-weiße Streifenmuster auf die Fahrzeugoberfläche projizieren, scannen Kameras dieselbe ab und erkennen durch Verschiebungen im Streifenmuster auch kleinste Veränderungen im spiegelnden Lack. Wie ein perfekt geschultes Auge registriert die Kamera etwaige vom Ideal abweichenden Stellen und übermittelt sie direkt ins angeschlossene Computersystem.
„Die Herausforderung war es, solch ein System auch bei weniger gut
reflektierenden, matten Oberflächen umzusetzen – wie den unlackierten
und geschliffenen Blechteilen einer Rohkarosserie“, erklärt
Produktionsspezialist Daniel-Stephan Illig. Dies ist den Expertinnen
und Experten der BMW Group jetzt gemeinsam mit Lieferanten gelungen.
Die Vorteile sind vielfältig: Durch die automatisierte
Oberflächeninspektion an den vier Finish-Bändern wird zum einen
konstant hohe Qualität sichergestellt und die Rückverfolgbarkeit von
Oberflächenabweichungen leichter möglich. „Zum anderen“, so Illig,
„übernehmen unsere hoch qualifizierten und erfahrenen Karosseriebauer,
die bis dato die Karosserien kontrolliert haben, nun wertschöpfendere
Tätigkeiten - was gerade vor dem Hintergrund eines sich abzeichnenden
Fachkräftemangels unerlässlich ist.“ Ferner reduziert sich der
Verbrauch von Material wie Schleifsteine und Handschuhe erheblich. Und
so Illig: „Wir stellen sicher, dass künftig jedes aktuelle und neue
Modell in diesen neuen, effizienter gestalteten Prozess integriert
werden kann.“