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Baubeginn der Wasserstoff-Pipeline: BMW Group bindet das Werk Leipzig an Wasserstoff-Kernnetz an.
Wed Sep 30 12:38:00 CEST 2026 Pressemeldung
+++ Weltweit erstes Automobilwerk mit Wasserstoff-Pipelineanschluss +++ Meilenstein für Energie-Resilienz und weitere Dekarbonisierung +++ Industrielle Transformation im Schulterschluss mit Politik und Energiepartnern +++
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BMW Group
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Autor.
Jochen Mueller
BMW Group
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Leipzig. Das BMW Group Werk Leipzig feiert heute den
symbolischen Baubeginn einer rund zwei Kilometer langen
Wasserstoff-Pipeline als Anschluss an das künftige
Wasserstoff-Kernnetz. Fertigstellung und Anschluss sind im ersten
Halbjahr 2028 geplant. Der Standort wird damit das weltweit erste
Automobilwerk sein, das direkt über eine Pipeline mit Wasserstoff
versorgt wird.
Begleitet wird der Meilenstein von Sachsens Ministerpräsident
Michael Kretschmer sowie Christian Hirte, Parlamentarischer
Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr. Die Teilnahme von Land
und Bund unterstreicht die Bedeutung des Projekts: Der Aufbau einer
leistungsfähigen Wasserstoff-Infrastruktur ist eine gemeinsame Aufgabe
von Unternehmen, Energiepartnern und Politik und ein wichtiger Beitrag
für zukunftsfähige Industriestandorte in Deutschland. Dieses
H2-Pipelineprojekt wird mit Mitteln des Europäischen Fonds für
regionale Entwicklung (EFRE) sowie des Freistaates Sachsen
kofinanziert und leistet einen wichtigen Beitrag zum Aufbau einer
zukunftsfähigen Wasserstoffinfrastruktur in Sachsen.
„BMW zeigt seit Jahren, wie Wasserstoff in der industriellen
Produktion eingesetzt werden kann. Mit der neuen Pipeline wird Leipzig
zum Ankerpunkt für die Wasserstoffwirtschaft und zu einem der ersten
sächsischen Industriestandorte am Wasserstoff-Kernnetz. Das stärkt die
Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie und schafft die Grundlage
dafür, dass Wasserstoff dort ankommt, wo er für die Produktion
gebraucht wird“, sagte Ministerpräsident Kretschmer beim symbolischen Baubeginn.
BMW Group treibt innovativen Wasserstoffeinsatz in Leipzig voran
Das Werk Leipzig nutzt Wasserstoff bereits seit 2013 in der
Intralogistik. Heute setzt das Werk über 230 Gabelstapler und
Routenzugschlepper mit Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb ein und
betreibt damit die größte Flotte an brennstoffzellenbetriebenen
Intralogistikfahrzeugen in Europa. Seit 2022 kommt Wasserstoff zudem
in der Lackiererei zum Einsatz: Dort sind inzwischen elf bivalente
Lack-Brenner installiert, die flexibel Erdgas oder Wasserstoff
verbrennen können.
Die Pipeline ermöglicht die Versorgung unserer Lackiererei mit
Wasserstoff in völlig neuen Größenordnungen. Sie ist damit ein
Meilenstein und Grundpfeiler zur Sicherung unserer künftigen
Energie-Resilienz und bietet Potenziale für die weitere
Dekarbonisierung unserer Produktion“, sagt Petra Peterhänsel, Leiterin
BMW Group Werk Leipzig.
Mit dem Pipelineanschluss kann Wasserstoff künftig Erdgas vor
allem dort ersetzen, wo energieintensive Prozesse hohe Temperaturen
benötigen. Dies ist bei den Trocknern in der Lackiererei der Fall. Der
Einsatz der bivalenten Erdgas- und Wasserstoffbrenner ermöglicht zudem
das Sammeln von Erfahrungen der technischen und wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen des Hochlaufs des H2-Kernnetzes, um einen
optimierten Betrieb der Anlagen darstellen zu können.
Lokale Lösungen für wirksames Energiemanagement
Die Wasserstoff-Pipeline in Leipzig ist ein Bestandteil des
globalen Energiemanagements der BMW Group. Der Ansatz folgt keinem
pauschalen Modell, sondern setzt auf technologieoffene,
standortspezifische Lösungen. In Leipzig bilden eine langjährige
Wasserstoff-Erfahrung, konkrete industrielle Anwendungen und der
direkte Anschluss an die entstehende H2-Infrastruktur die
Basis für eine langfristig belastbare Energieversorgung.
Global denken, lokal handeln
Die BMW Group setzt bei der Energieversorgung auf Lösungen,
die zum jeweiligen Standort passen. Entscheidend sind die lokale
Infrastruktur, die Kosten und die verfügbaren Energiequellen. So
verbindet das Unternehmen Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit
und Dekarbonisierung. Künftig sollen die Standorte Energie nicht nur
verbrauchen, sondern auch selbst erzeugen, speichern und flexibel
einsetzen. Sie werden zu sogenannten Prosumern.
Digitale Steuerung ergänzt diesen Ansatz bei der BMW Group:
Virtuelle Kraftwerke vernetzen Erzeuger, Verbraucher und Speicher und
optimieren Energieflüsse datenbasiert. Damit können Standorte Lasten
flexibler steuern, die Netzstabilität unterstützen und ihre
Abhängigkeit von Markt- und Preisschwankungen reduzieren.
Transformation braucht verlässliche Rahmenbedingungen
Die industrielle Transformation hin zu einer
Energieversorgung mit Wasserstoff gelingt nur im Zusammenspiel von
Unternehmen, Energiepartnern und Politik. Dafür braucht es einen
beschleunigten Ausbau der Energieinfrastruktur, international
wettbewerbsfähige Energiekosten sowie eine zertifizierte Anerkennung
von Qualitätsmerkmalen. Für molekülbasierte Energieträger heißt das
konkret: Ein schnell verfügbares Wasserstoff-Kernnetz einschließlich
Verteilerinfrastruktur, wettbewerbsfähige Netzentgelte, ein günstiger
verfügbarer klimafreundlicher Energieträger, Investitions- und
Planungssicherheit sowie praxisnahe und europäisch harmonisierte
Zertifizierungen.
Starke Partner für eine resiliente Energieversorgung
Die Anbindung des BMW Group Werks Leipzig an das künftige
H2-Kernnetz ist ein gemeinsamer Schritt von Industrie und
Energiepartnern. Die BMW Group hat dafür mit der ONTRAS Gastransport
GmbH, die für den Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes in der Region
zuständig ist, einen Kapazitäts-Reservierungsvertrag vereinbart. Die
Bauarbeiten für die rund zwei Kilometer lange Anschlussleitung für das
BMW Group Werk Leipzig inklusive Gasdruckregel- und Messanlage
übernimmt die MITNETZ GAS GmbH. Damit leisten die Beteiligten ihren
Beitrag, Wasserstoff als Energieträger industriell nutzbar zu machen
und die Energieversorgung des Standorts Leipzig langfristig
resilienter aufzustellen.
Eine resiliente Energieversorgung entsteht nicht nur im
Zusammenspiel von Unternehmen, Energiepartnern und Politik, sondern
auch unter Einbindung der Gesellschaft. Aus Sicht der BMW Group sind
Transparenz, Verlässlichkeit und frühzeitige Beteiligung wichtige
Voraussetzungen für Akzeptanz und Planungssicherheit. Mit Projekten
wie der Wasserstoff-Pipeline in Leipzig leistet das Unternehmen einen
konkreten Beitrag, industrielle Wettbewerbsfähigkeit, Dekarbonisierung
und regionale Wertschöpfung zu verbinden.