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Von Reststoffen zu Resilienz: Erneuerbare Kraftstoffe können die EU-Spritversorgung ab 2040 decken
Wed Jun 03 15:00:00 CEST 2026 Pressemeldung
Reststoffbasierte, nicht-fossile Kraftstoffe als Chance für die Reduktion von globalen Abhängigkeiten. Vollständige Deckung des EU-Kraftstoff-Bedarfs aus eigenen Ressourcen schon ab 2040 möglich wissenschaftliche Studie belegt Potenzial zur CO₂ Reduktion. Forderung an EU: Anrechenbarkeit erneuerbarer Kraftstoffe deutlich über drei Prozent hinaus zulassen.
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BMW Group
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Autor.
Daniela Kofler
BMW Group
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Salzburg | Steyr. Europa steht vor der Aufgabe,
Mobilität schnell und wirksam zu dekarbonisieren – und zugleich
Wertschöpfung, Versorgungssicherheit und Wahlfreiheit zu sichern.
Reststoffbasierte, nicht fossile Kraftstoffe eröffnen hier eine
kurzfristig wirksame Chance: Sie können die CO₂-Emissionen der
Bestandsflotte und von Neuwagen senken, bestehende industrielle
Strukturen in der EU stärken und Abhängigkeiten reduzieren. Eine neue
Studie des Karlsruher Institut für Technologie, des Deutsche
Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH (DBFZ), der FREYBERGER
engineering GmbH und der BMW AG zeigt welches Potenzial in Europas
Ressourcen steckt.
Motor für Europa: wie Wertschöpfung und Dekarbonisierung Hand
in Hand gehen.
In den vergangenen Jahren hat das BMW Group Werk Steyr jährlich rund
1,2 Millionen Verbrennungsmotoren für die globale Kundennachfrage
produziert. Klar ist: Der Verbrennungsmotor sorgt aktuell für
signifikante Wertschöpfung in der EU, getragen durch
starke
Zuliefernetzwerke und hochqualifizierte Beschäftigte. „Die Antriebs-
und Fahrzeugproduktion ist ein industrielles Rückgrat in Europa.
Nicht-fossile, reststoffbasierte Kraftstoffe unterstützen die
europäische Wertschöpfung und reduzieren, neben Elektrofahrzeugen,
zusätzlich die CO₂-Emissionen – bei Neufahrzeugen und in der
Bestandsflotte“, sagt Harald Gottsche, Werksleiter des BMW Group Werk
Steyr.
Aktueller EU-Kurs reduziert den Spielraum für erneuerbare Kraftstoffe.
Die EU verfolgt als klaren Pfad die Elektrifizierung des
Individualverkehrs. Auch der im Dezember präsentierte, überarbeitete
Plan („Automotive Package“) sieht vor, dass bis 2035 bei 90 Prozent
der neuzugelassenen PKW kein CO₂ im Betrieb entsteht – gemessen rein
am Auspuff („Tailpipe-Ansatz“). Für erneuerbare Kraftstoffe sind
derzeit lediglich drei Prozent Anrechenbarkeit in der Neuwagenflotte
vorgesehen. „Wir respektieren die Zielsetzungen der EU und
unterstützen den Ausbau der Elektromobilität. Der Tailpipe-Ansatz,
also die Messung von CO2 am Auspuff, greift zu kurz, da er die
Verfügbarkeit und Nachhaltigkeit des Energieträgers ignoriert. Strom
ist nicht automatisch CO2 neutral. Gleichzeitig zeigen Daten, dass
erneuerbare Kraftstoffe ein substanzielles Potenzial haben, das wir
nutzen sollten.“, betont Gottsche.
Reststoffe als Ressource: Europas Potenzial für nicht-fossile Kraftstoffe
Die genannte Studie untersucht ausschließlich Reststoffe, die nicht
in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion stehen – etwa
Siedlungsabfälle oder Nebenprodukte aus der Holzund Forstwirtschaft.
Aus diesen Ressourcen ließen sich Diesel- und
Benzin-Ersatz-Kraftstoffe wie etwa HVO100 herstellen, mit denen 2030
bereits 38-55 Prozent des Kraftstoffbedarfs gedeckt werden könnten.
Bis 2040 sind, abhängig von den unternommenen Anstrengungen, 67-106
Prozent möglich.
Die Studienautorinnen und -autoren
sehen die größte Herausforderung in der Nutzbarmachung dieser über
Europa verteilten Ressourcen, also konkret im Einsammeln, in der
Logistik und der anschließenden Weiterverarbeitung. „Die Ergebnisse
widerlegen die Annahme, dass es immer zu wenig erneuerbare Kraftstoffe
geben werde. Jetzt geht es darum, aus Potenzialen Realität zu machen –
mit kluger Regulierung und industriellem Hochlauf“, so Gottsche.
Resilienz für Europa und sofort wirksame CO2-Reduktion
Erneuerbare, reststoffbasierte Kraftstoffe ermöglichen eine
unmittelbare CO₂-Reduktion in der Bestandsflotte, weil sie in
vorhandenen Fahrzeugen ohne lange Vorlaufzeiten wirksam
werden.
Sie schaffen eine Option für CO₂-arme Mobilität für
PKW-Nutzerinnen und -Nutzer, für die EMobilität derzeit noch keine
Option ist. Eine technologieoffene, zielorientierte EU-Regulatorik
würde die Wahlfreiheit für Kundinnen und Kunden sichern.
Gleichzeitig verringern nicht-fossile Kraftstoffe
geopolitische Abhängigkeiten der EU, denn in der EU stehen weder
ausreichend Erdöl noch genügend Rohstoffe für E-Autobatterien zur
Verfügung. Und nicht zuletzt helfen sie, die Wertschöpfung und
Arbeitsplätze rund um den Verbrennungsmotor in der EU zuhalten.
Alexander Bamberger, Geschäftsführer der BMW Austria
GmbH, unterstreicht: „Reststoffbasierte, nicht-fossile Kraftstoffe
schaffen einen sofort wirksamen CO₂-Hebel für alle Fahrzeuge, die
bereits auf den Straßen unterwegs sind. Für einen starken
Industriestandort
brauchen wir beides: elektrisches Fahren und
erneuerbare Kraftstoffe.“
Die BMW Group hat ihre Fahrzeuge seit langem für eine Vielzahl
regenerativer Kraftstoffe zugelassen: HVO nach EN15940 sowie B10 und
eFuels nach EN590 für Dieselmotoren. Außerdem E20/25 sowie eFuels nach
EN228 für Ottomotoren. „In Österreich gibt es schon
weit über
hundert Tankstellen, an denen HVO getankt werden kann – und es werden
laufend mehr. Die Hürde für Kunden wird damit immer kleiner. Was aber
noch fehlt ist die politische Akzeptanz,“ ergänzt Bamberger.
Appell an die EU: Rahmenbedingungen anpassen und Potenziale heben
Damit dieses Potenzial gehoben werden kann, braucht es eine
Anpassung der legislativen Rahmenbedingungen. Bamberger: „Die EU
sollte CO₂-reduzierte Mobilität grundsätzlich anerkennen – unabhängig
davon, ob sie in einem strombetriebenen Fahrzeug oder in einem PKW mit
erneuerbaren Kraftstoffen erreicht wird. Eine Betrachtung über den
gesamten Lebenszyklus würde den wahren CO₂ Fußabdruck eines Produkts
sichtbar machen und die
Effektivität der Regulierung erhöhen. Der
aktuelle Ansatz der EU der Messung am Ende des Auspuffs ist
irreführend, denn es trägt nicht einmal der Herkunft des Stroms – ob
grüner Strom oder Strom aus Kohle oder Gas – bei einem BEV Fahrzeug
Rechnung.“
Aus Sicht des Werksleiters des BMW Group
Werks Steyr ist eine vollständige Anrechenbarkeit erneuerbarer
Kraftstoffe in der Neuwagen- und Bestandsflotte erforderlich,
um Investitionsanreize zu schaffen und den industriellen Hochlauf
reststoffbasierter Kraftstoffe zu ermöglichen. „Eine pragmatische,
lebenszyklusbasierte Regulierung stärkt
Klimaschutz, Versorgungssicherheit und europäische Wertschöpfung
gleichermaßen“, so Harald Gottsche.
Die vollumfängliche Studie finden Sie als pdf im Anhang zu dieser Meldung.
Bitte wenden Sie sich bei Rückfragen an:
Benjamin Titz
Head of Communications & Corporate Affairs BMW Group Central
& Southeastern Europe
Telefon: +43-676-83830539 | E-Mail: benjamin.titz@bmwgroup.com
Daniela Kofler
Unternehmenskommunikation BMW Group in Österreich
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+43-676-8383-0632 | E-Mail: daniela.kofler@bmwgroup.com
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Sprecherin BMW Group Werk Steyr
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E-Mail: Susanne.Tsitsinias@bmw.de
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Unternehmenskommunikation BMW Group Werk Steyr
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