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1. Lauf zur MINI Race Challenge in Hockenheim.
Tue Mar 15 16:00:00 CET 2005 Pressemeldung
Auftakt mit Hindernissen.
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Christian Masanz
BMW Group
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Autor.
Christian Masanz
BMW Group
Auftakt mit Hindernissen.
Beinahe wäre der vom Schweizer Auto Rennsport Club (SAR) ausgerichtete Auftakt
der diesjährigen MINI Race Challenge einem Wintereinbruch zum Opfer gefallen.
Am Samstag musste der Hockenheimring zuerst von einer 10 cm dicken Schneedecke
befreit werden, und erst als die Organisatoren am Sonntagmorgen die Erlaubnis
erhielten, den vereisten Stellen mit Streusalz zu Leibe zu rücken, war der
Rundkurs ohne übermässige Risiken befahrbar. Bei Temperaturen um den
Gefrierpunkt und einer durch neuerliche Schauer im Verlauf des Morgens feucht
bleibenden Piste stellte jedoch besonders der Slalom hohe Ansprüche an das
fahrerische Können. Die Reifen bauten auf den nasskalten Asphalt ausgesprochen
wenig Haftung auf, und so bekam man vor allem in den ersten Versuchen etliche
Schlenker oder sogar komplette Dreher zu sehen. Wer seine Angriffslust nicht
zügelte, rutschte unweigerlich ins Abseits, wer aber zu vorsichtig agierte, war
ebenfalls weg vom Fenster. Bei der Sprintprüfung am Nachmittag war dann die
Strecke mehrheitlich trocken, und endlich durften die Piloten nach Herzenslust
Gas geben. Im Gegensatz zum Vorjahr stand mit dem sogenannten kleinen Kurs ja
auch eine vollwertige Rennstrecke mit entsprechender Infrastruktur zu Verfügung.
Felix Marti ausser Konkurrenz
Sowohl im Slalom als auch im Sprint ohne Tore realisierte der Berner MINI/BMW
Vertreter Felix Marti im 26-köpfigen MRC Feld mit Abstand die besten Zeiten.
Sein aus der deutschen MINI Challenge stammender Cooper S, den er zusätzlich
mit dem 05er-Update (mehr Leistung und kürzeres Getriebe) sowie einer
speziellen Renn-Differenzialbremse optimiert hatte, war zweifellos das
schnellste Auto auf dem Platz, und Marti bewegte es auch ausgesprochen
angriffig. Aber die riesigen Zeitdifferenzen zu den Verfolgern - 6 Sekunden
pro Slalomlauf, um 3 Sekunden schnellere Runde im Sprint - waren nicht zuletzt
auf die reinrassigen Rennpneus zurückzuführen, welche Marti an Stelle der
vorgeschriebenen strassentauglichen Einheitsreifen von Yokohama aufgezogen
hatte.
Der Berner nahm damit zwar bewusst in Kauf, dass er in der Punktewertung nicht
berücksichtigt wird, denn bei ihm steht klar der Fahrspass mit dem potenten
Fronttriebler im Vordergrund. Falls er seine Meinung aber doch noch ändern und
nach diesem erfolgreichen Auftakt inskünftig mit Einheitspneus antreten sollte,
hat er jetzt schon zwei Streichresultate "verbraten". Deutlich weniger im
Element zeigte sich Beat Mürner auf einem weiteren deutschen Cupauto,
allerdings auf reglementarischen Pneus. Der Berner Oberländer bemängelte vor
allem das Fehlen einer Sperre und musste in der Kategorie 4 sowohl beim Slalom
als auch beim Zeitfahren Ralf Brunner und dessen bisherigem "Works" MINI den
Vortritt lassen.
Brunner fuhr zwar in Hockenheim in beiden Disziplinen hinter Marti die
zweitschnellste Zeit, gegen die deutschen "Profi" MINI sieht er aber seine
Felle davon schwimmen, sind doch diese technisch auf einem weit höheren Niveau.
Dies bewog wohl auch Beat Siegenthaler, sein bisheriges Auto vorläufig in der
Garage stehen zu lassen. Eigentlich wollte der Langnauer heuer in der Kategorie
2 starten, doch die Garage Beutler hatte dafür kein offenes Ohr, und so stellt
sich Siegenthaler gegenwärtig als technischer Funktionär zur Verfügung. Mit der
permanenten Präsenz eines Experten sollte dafür gesorgt sein, dass sich alle
Teilnehmer an die restriktiven Reglemente halten.
Dauersieger Hintermayer
Bei den nur schwach modifizierten Cooper S der Kategorie 3 (keine Motortuning
mehr, dafür ist jetzt eine Sperre erlaubt) setzte Urs Hintermayer seine
Siegesserie aus dem Vorjahr fort. Er steuert nun einen Wagen der jüngsten
Generation mit 10-Mehr-PS und kürzerem Getriebe, das Fahrwerk hat er dagegen
vom bisherigen Exemplar übernommen. Beim Torlauf belegte der Sarmenstorfer
Philippe Handschin mit Respektabstand den Ehrenplatz, auf der Rundstrecke wurde
hingegen der Liechtensteiner Neuling Marco Wohlwend Zweiter.
Das Fahrzeug gewechselt hat auch Remo Friberg. Der Ostschweizer Carrossier
reparierte über den Winter den in Oberhallau verunfallten Cooper S von Hugo
Schlumpf, entspricht doch dieser MINI ebenfalls dem jüngsten Entwicklungsstand.
Wie gross der Vorteil gegenüber den bisherigen Versionen ist, lässt sich
schwierig abschätzen, jedenfalls war Friberg seinen Verfolgern Hänni, Hauri und
Eckstein eine Nasenlänge voraus.
Dass er Friberg im Sprint den Vortritt lassen musste, ärgerte Markus Hänni weit
weniger als der verpasste Sieg im Slalom. Der Berner lag nämlich in der
Kategorie 2 in allen drei Rennläufen (zwei davon wurden am Schluss
zusammengezählt) an der Spitze, touchierte aber beim zweiten Versuch in einer
Torkombination eine Markierung, was mit 10 Strafsekunden geahndet wurde. Daniel
Hauris Idee, in Hockenheim noch alte Reifen aus dem Vorjahr aufzubrauchen, war
bei derartigen Verhältnissen keine gute Idee und kostete den Aargauer vor allem
im Slalom wertvolle Sekundenbruchteile. Fredy Eckstein, im Vorjahr hier noch
Laufsieger, meinte nur trocken, dass seine Gegner wohl Fortschritte gemacht
hätten, er aber nicht mehr. Im Slalom wurde Sandra Plüss als schnellste Dame
gute Fünfte, im Sprint dagegen kam keine der drei Frauen richtig in Schwung.
Schöller schlägt Saurer
Bisher war Armin Saurer in der Kategorie 1 hinter dem doMINIerenden Norbert
Sieber stets Zweiter geworden, und so avancierte der Thuner nach Siebers
Markenwechsel zum Favoriten. Im Slalom reichte es ihm denn auch trotz eines
Drehers im ersten Rennlauf zum überlegenen Sieg vor Franz Stadelmann und Richie
Schöller. Beim Zeitfahren dagegen ging der Berner Oberländer offensichtlich
etwas zaghaft zur Sache, schaute doch diesmal nur Rang 3 hinter Schöller und
dem überraschenden Stadelmann heraus, deren schnellste Runden um winzige 8/100
differierten.
Vor dem Rennen zeigte sich Richie Schöller, der bei Challenge-Organisator
Marcel Schaub stets als "Enfant terrible" hinhalten muss, noch etwas verstimmt,
weil er jetzt mit einem der unscheinbarsten Cooper unterwegs ist. Er hat
nämlich das Auto seinem Bruder verkauft, und dessen Gattin ging die auffällige
Dekoration kräftig auf den Geist. Aber immerhin darf er den Wagen für sein
Hobby ausleihen, und wenn es gar zum Sieg reicht, kann er sich auch mit dem
biederen Look abfinden. Farbenfroh ist dagegen das vom neuen Co-Sponsor
Quality1 - ein Partner von MINI und BMW auf dem Garantiesektor - eingesetzte
Exemplar. Am Steuer sitzen entweder der CEO der Firma oder Verkaufsleiter Ueli
Kohler, und als Doppelstarter darf jeweils ein weiterer Mitarbeiter am Slalom
teilnehmen.
In Hockenheim noch nicht mit von der Partie war Janina Martig. Das bekannte
Fotomodell absolviert zuerst den Ausbildungskurs auf dem Anneau du Rhin, bevor
es ab dem Slalom Frauenfeld in den Kampf eingreift. Der Fernsehsender VIVA
Schweiz wird die Baslerin bei ihren ersten Schritten im Rennsport begleiten und
damit der Challenge zu zusätzlicher Publizität bei der jungen Bevölkerung
verhelfen.