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MINI Race Challenge: 2. Lauf in Romont
Tue Jun 20 13:00:00 CEST 2006 Pressemeldung
Andere Piste, gleiche Sieger.
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Autor.
Beda Durrer
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Der erste Teil des Slaloms auf dem Militärgelände von Romont erinnert an ein
Bergrennen, und auch sonst ist der Parcours flüssiger ausgesteckt als in
Frauenfeld. Dennoch waren die Sieger in allen vier Klassen der MINI Race
Challenge die gleichen wie beim Saisonauftakt in der Ostschweiz, und Urs
Hintermayer erzielte mit seinem Tuning 2 MINI wiederum die beste Zeit aller
Konkurrenten.
Während andere Veranstalter die Trainings- und Rennläufe der einzelnen
Kategorien in einem Paket zusammenfassen, erstreckte sich der Renntag für die
MINI Piloten und ihre Begleiter beim freiburgischen Traditionsanlass in typisch
welscher Manier vom frühen Morgen (Wagenabnahme) bis in den späten Nachmittag.
Man wird den Verdacht nicht los, dass auf diese Weise der Umsatz an den
Verpflegungsständen gefördert wird, aber bei schönem Wetter lässt sich dafür in
aller Ruhe die Geselligkeit pflegen. Petrus war den Aktiven denn auch
wohlgesinnt: Nach einem heissen Sommertag zogen am Nachmittag zwar drohend
schwarze Wolken auf, doch die ersten Tropfen fielen erst, als sämtliche
Rennfahrer ihr Pensum beendet hatten.
Schöller gab den Ton an
In der Klasse für Saugmotor-Cooper setzte Richie Schöller bereits im Training
die Massstäbe, und in der Folge erreichte denn auch niemand nur annähernd die
Zeiten des top motivierten und aggressiv fahrenden Winterthurers. Einzig die
Tatsache, dass er im ersten Trainingslauf ein Tor ausgelassen haben sollte,
brachte ihn kurz aus der Fassung: "Da muss ein Funktionär nicht richtig
hingeschaut haben, denn ich fahre schon zum vierten Mal in Romont und hätte
einen solchen Fehler sofort bemerkt." Wie schon in Frauenfeld fand Franz
Stadelmann kein Rezept gegen Schöller, und er musste schliesslich froh sein,
den zweiten Rang zu retten, kam doch der Berner Oberländer Kartspezialist Bruno
Eggen nach einem verhaltenen ersten Lauf im zweiten Versuch bis auf eine
Hundertstelsekunde an die Zeit des Luzerners heran. Nur eine halbe Sekunde
fehlte der Zürcher Oberländerin Sandra Keller auf den viertklassierten Ueli
Kohler, womit sie wohl die beste Leistung unter den weiblichen Konkurrentinnen
der MINI Race Challenge erzielte.
Auf dem serienmässigen Cooper S, welchen er im Vorjahr noch mit Bruder Daniel
geteilt hatte, scheint Reinhard Hauri der neue Star der Kategorie 2 zu werden,
denn sowohl im Training wie im Rennen hatte der Aargauer klar die Nase vorn.
Katrin Jakob lief es diesmal weit weniger rund als in Frauenfeld. Nachdem sie
schon am Morgen viel Zeit auf die Schnellsten verloren hatte, touchierte die
St. Gallerin im ersten Wertungslauf schon früh mit dem rechten Vorderrad einen
Randstein, was sie aus dem Rhythmus brachte. Im zweiten Lauf musste sie dann
wegen eines verpassten Tores disqualifiziert werden, so dass sie in der
Schlussabrechnung bloss den fünften Platz belegte.
Überraschender Neuling
Einen tollen Einstand gab dafür der Winterthurer Mike Ruoss. Nachdem er in
Frauenfeld als Zuschauer vom Virus infiziert worden war, schrieb er sich
zusammen mit Freundin Barbara Bäriswyl kurzerhand selbst in der MINI Race
Challenge ein. Obwohl ihm jegliche Rennerfahrung abging, fand Ruoss schnell
heraus, wie man einen Slalomparcours zügig meistert. Als er sich im zweiten
Wertungslauf nochmals klar zu steigern vermochte, war die Überraschung perfekt:
Rang 2 mit fast zwei Sekunden Vorsprung auf Roland Altenburger.
Völliges Neuland betrat auch die Freiburgerin Tanya Zwahlen. Bei einem
Wettbewerb der Gratiszeitung "20 Minuten" gewann sie einen Einsatz auf einem
vom Importeur zur Verfügung gestellten Cooper S, und auch sie hatte abgesehen
von Besuchen am Gurnigel-Bergrennen keinerlei Affinität zum Motorsport. Dass
der "Leihwagen" mit normalen Strassenreifen anstelle der griffigeren
Yokohama-Gummis versehen war, spielte in ihrem Fall keine Rolle, denn Tanya
Zwahlen zog es vor, nicht in den Grenzbereich des Fronttrieblers vorzudringen.
Aber auch so hat ihr das Abenteuer in Romont viel Spass bereitet.
Eckstein patzte
Genauso überlegen wie sein Bruder Reinhard war Daniel Hauri auf dem neu
erstandenen Cooper S mit Sperre in der Kategorie Tuning 1. Musste er sich in
Frauenfeld noch des aufsässigen Zürchers Fredy Eckstein erwehren, der für diese
Saison seinen gelben Cooper S gegen das letztjährige Siegerauto von Urs
Hintermayer eingetauscht hat, so stiess er im Welschland auf keinen
gleichwertigen Gegner. Da Eckstein in den letzten Jahren nicht mehr in Romont
gestartet war, kam er auf der anspruchsvollen Strecke weniger rasch auf Touren,
und als er nach einem etwas verhaltenen ersten Versuch im zweiten Rennlauf voll
attackierte, schoss er prompt neben einem Tor vorbei.
Zufrieden mit seinem Debüt in der Kategorie Tuning 1 war der Berner Oberländer
Armin Saurer, der bisher zu den Animatoren der Cooper-Klasse gehört hatte: "Ich
muss mich zuerst an den stärkeren Cooper S mit Sperre gewöhnen, und überdies
ist das Auto noch völlig serienmässig, obwohl ja hier Fahrwerksmodifikationen
erlaubt sind." Als Dritter lag er immerhin vor Marco Wohlwend auf einem
präparierten Exemplar.
Auf dem Parcours von Romont konnten die kompromissloser präparierten Tuning 2
MINI ohne Strassenzulassung und mit Slick-Reifen ihr Potenzial voll entfalten.
Frauenfeld-Tagessieger Urs Hintermayer schockierte mit dem gelb-schwarzen
Collaction MINI, für den Ecksteins altgedienter Cooper S als Basis diente,
seine Gegner bereits im zweiten Training mit einer Superzeit von 2'16,54. Im
ersten Wertungslauf war der Ostschweizer allerdings mit 2'17'01 etwas
langsamer, da sich ein paar neue Ideen bei der Linienwahl als kontraproduktiv
herausstellten, für Platz 1 reichte es aber allemal.
Überraschend lag allerdings der Berner MINI und BMW Vertreter Felix Marti mit
seinem aus der deutschen Challenge stammenden Exemplar nur eine halbe Sekunde
zurück, nachdem er am Morgen noch viel mehr Zeit verloren hatte. Martis
Geheimnis: "In der Mittagspause bin ich den Parcours nochmals mit dem Velo
abgefahren und habe dabei erkannt, dass meine Linienwahl viele Fehler aufwies.
Beim Challenge-Auto mit seinem beschränkten Lenkeinschlag geht einem rasch die
Strasse aus, wenn die Linie nicht stimmt." Ralph Brunner kam dagegen im Rennen
nicht an seine beste Trainingszeit heran und rutschte auf Rang 3 ab: "Hier in
Romont habe ich gemerkt, dass es ein Fehler war, anfangs Jahr auf 16-Zoll-Räder
zu setzen, denn mit den grösseren Bremsen in ihren 17-Zoll-Fahrwerken sind
Hintermayer, Marti und Mürner doch deutlich besser bedient. Ein Wechsel wäre
allerdings mit viel zu hohen Kosten verbunden."
Schlägt Marti Hintermayer?
Für den zweiten Lauf liess sich Felix Marti dann durch Kommentare wie "es wäre
doch schön, wenn heute nicht wieder Hintermayer gewinnt" zu stark unter Druck
setzen. Schon nach wenigen Metern brach in einer Linkskurve das Heck aus und
das rechte Hinterrad schlug heftig gegen den Randstein. Später musste der
nervös gewordene Berner in einem Tor sogar zurücksetzen, und so waren auch die
letzten Siegeshoffnungen verflogen. Hintermayer war zwar der Meinung, der
zweite Versuch habe besser gepasst, wohl wegen des starken Gegenwindes fiel die
Zeit allerdings dennoch knapp höher aus als im ersten Durchgang.
Peter Kubli machte sich keine Illusionen mehr, angesichts des Wettrüstens in
dieser Kategorie weiterhin vorne mitmischen zu können. So hat die Konkurrenz
mittlerweile auf einen Wasser/Luft-Wärmetauscher umgestellt, der gerade bei
Slaloms mit langen Wartezeiten am Start die Ladelufttemperatur deutlich absenkt
und zusätzliche Leistung bringt. Immerhin gelang es ihm, den Spiezer Beat
Mürner hinter sich zu lassen, der hier mit seinem Challenge-Auto gar nicht
glücklich wurde und zu allem Übel im zweiten Lauf noch 10 Strafsekunden
kassierte. Wieder einmal am Start erschien der Emmentaler Beat Siegenthaler,
doch Ambitionen hatte der ehemalige Spitzenpilot diesmal keine. Der von einem
Freund ausgeliehene Cooper S war nämlich bis auf das Fahrwerk serienmässig und
nur wegen der modifizierten hinteren Bremsen zu den "bösen" Tuning-2-Autos
umgeteilt worden, wo Siegenthaler natürlich nicht den Hauch einer Chance hatte.
Klassement:
Kategorie 1 - Cooper: 1. Richie Schöller (Winterthur), 2'36,16; 2. Franz
Stadelmann (Oberkirch), 2'38,49; 3. Bruno Eggen (Weissenburg), 2'38,50; 4. Ueli
Kohler (Wiedlisbach), 2'39,07; 5. Sandra Keller (Rüti), 2'39,57; 6. Werner
Gubser (Wernetshausen), 2'42,06; 7. Ursula Gloor (Leutwil), 2'44,19; 8. Markus
Lanker (Zuzwil), 2'44,59; 9. Norbert Mächler (Buttikon), 2'49,10.
Kategorie 2 - Cooper S: 1. Reinhard Hauri (Küttigen), 2'28,42; 2. Mike Ruoss
(Winterthur), 2'31,48; 3. Roland Altenburger (Unterstammheim), 2'33,32; 4.
Michael Kurr (St. Gallen), 2'34,80; 5. Kathrin Jakob (St. Margrethen), 2'37,76;
6. Barbara Bäriswyl (Winterthur), 2'45,57; 7. Tanya Zwahlen (Düdingen), 2'59,30.
Kategorie 3 - Tuning 1: 1. Daniel Hauri (Aarau), 2'26,77; 2. Fredy Eckstein
(Bassersdorf), 2'29,73; 3. Armin Saurer (Gunten), 2'30,73; 4. Marco Wohlwend
(Eschen), 2'31,00; 5. Christian Della Sega (Winterthur), 2'32,99; 6. Barbara
Arn-Plüss (Langrickenbach), 2'37,79.
Kategorie 4 - Tuning 2: 1. Urs Hintermayer (Langrickenbach), 2'17,01; 2. Felix
Marti (Muri b. Bern), 2'17,58; 3. Ralph Brunner (Goldach), 2'19,35; 4. Peter
Kubli (Oberbalm), 2'21,73; 5. Beat Mürner (Spiez), 2'23,27; 6. Beat
Siegenthaler (Bärau), 2'28,08.