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MINI Challenge Switzerland: 1. Lauf in Frauenfeld. Roger Büelers perfekter Einstieg.
Wed Apr 25 12:00:00 CEST 2007 Pressemeldung
Mit 36 Teilnehmern und einem exzellenten sportlichen Niveau hat die MINI Challenge Switzerland die hohen Erwartungen an die Neuauflage mit identischen Fahrzeugen mehr als erfüllt. Erster Sieger wurde Roger Büeler aus Sattel.
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Beda Durrer
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Mit 36 Teilnehmern und einem exzellenten sportlichen Niveau hat die MINI
Challenge Switzerland die hohen Erwartungen an die Neuauflage mit identischen
Fahrzeugen mehr als erfüllt. Erster Sieger wurde Roger Büeler aus Sattel.
33 identisch lackierte neue MINI Cooper S sorgten im Fahrzeugpark von
Frauenfeld für ein eindrückliches Bild. Der Wechsel zum echten Markenpokal mit
gleichwertigen Wagen, die unter der Leitung von MINI-Champion Urs Hintermayer
bei Collaction in Widnau - einem Zweigbetrieb der MINI-Vertretung von Christian
Jakob - für den Renneinsatz optimiert wurden, zog eine Reihe neuer Teilnehmer
an. Spass und Kameradschaft bleiben ein wichtiges Element dieser Serie,
gleichzeitig hat aber das sportliche Niveau klar zugelegt.
Viele neue Akteure
Neben Schweizer Tourenwagenmeister Röbi Wicki stösst man im MCS-Feld auf
zahlreiche Vertreter der Slalomszene. Dazu gehört etwa der 27-jährige Roger
Büeler, der auf einem BMW M3 in der IKSM und anderen LOC-Meisterschaften über
Jahre unschlagbar war. Für den Kaffeemaschinen-Techniker aus Sattel (SZ) stellt
die MINI Challenge eine neue Herausforderung dar, und entsprechend seriös hat
er sich darauf vorbereitet. So belegte er einen Lizenzausbildungskurs in
Hockenheim, um sich an den Fronttriebler zu gewöhnen.
Dieses Training trug offensichtlich Früchte, denn in Frauenfeld gab Büeler von
Anfang an den Ton an. Mit 1'46,22 distanzierte er im ersten Rennlauf die
Konkurrenz um mindestens eine Sekunde. Im zweiten Durchgang schaffte er es als
einziger, die eigene Bestzeit knapp zu unterbieten, streifte aber mit dem
Aussenspiegel eine Tormarkierung, was ihm 10 Strafsekunden eintrug. Seine
Verfolger Hannes Mahler und Fabio Nassimbeni vermochten sich zwar deutlich zu
steigern, vom ersten Platz konnten sie den Schwyzer aber nicht verdrängen.
Wie Büeler steuerte der Aargauer Mahler bisher einen BMW M3 der ersten
Generation, allerdings in erster Linie auf Rundstrecken. Slaloms sind nicht
seine Spezialität, doch auch er spürte schnell, wie man mit dem MINI am
effizientesten durch die Tore flitzt. Nachdem er mit betont weicher Fahrweise
auf keinen grünen Zweig gekommen war, ging er forscher zur Sache und vermochte
sich auf 1'46,49 zu steigern, was schliesslich für Rang 2 reichte.
Wo bleiben die Fronttriebler-Spezialisten?
Auch den dritten Podestplatz eroberte sich nicht ein MINI-Stammpilot oder ein
Slalomprofi mit Frontantriebserfahrung, sondern ein völliger Aussenseiter.
Fabio Nassimbeni hatten zwar die Instruktoren bereits bei einem Lizenzkurs in
den 90er Jahren viel Talent bescheinigt, doch der Hinwiler beschränkte sich
wegen beruflicher Inanspruchnahme auf private Fahrtrainings. Erst im
vergangenen Herbst beschloss der 34-Jährige, ernsthaft in den Motorsport
einzusteigen, und dazu wählte er die MCS.
Da die 36 speziellen MINI allerdings schon ausverkauft waren, hielt er nach
einem Partner Ausschau, der bereit war, mit ihm das Auto zu teilen. Fündig
wurde er beim Zürcher Oberländer Dominique Juplé. In Frauenfeld war die
Beanspruchung von Reifen und Bremsen durch den Doppelstart offensichtlich kein
Problem, denn Nassimbeni liess bei seinem ersten Kampf gegen die Uhr den MINI
derart fliegen, dass Slalom-Routiniers wie Albin Mächler, Mike Ruoss und Heiko
Leiber das Nachsehen hatten.
Der Viertklassierte war in der Deutschschweiz bisher ebenfalls ein
unbeschriebenes Blatt. In der Romandie gehört der Jurassier Jérôme Bouquet
dagegen seit Jahren zur LOC-Szene. Nachdem er lange mit minimalem Aufwand
Slalomsport betrieben hatte, kaufte er erstmals in seinem Leben einen Neuwagen,
als er von der neuen MINI Challenge erfuhr. Seine Investition hat er bisher
nicht bereut, denn abgesehen vom Preis/Leistungs-Verhältnis begeistert ihn auch
das Handling des Cooper S. Im ersten Durchgang realisierte Bouquet sogar die
zweitbeste Zeit hinter Büeler, im Gegensatz zu Mahler und Nassimbeni vermochte
er sich aber nicht mehr zu steigern. Mühe bekundete er insbesondere beim
Bremsen, müssen doch die Beläge pfleglich behandelt werden, damit sie auf den
grossen Rennscheiben ihre volle Wirkung entfalten.
Feingefühl ist gefragt
Es erfordert viel Fingerspitzengefühl, das Optimum aus dem Challenge-Cooper
herauszuholen. Selbst Teilnehmer, die vorher den Wagen und die
Yokohama-Sportreifen getestet hatten, rätselten über die effizienteste
Fahrweise. So waren einige im Training schneller als im Rennen, weil immer mehr
attackierten, was der MINI mit Untersteuern bzw. durchdrehenden Rädern
quittierte. Auch Röbi Wicki suchte vergeblich den passenden Rhythmus, zudem
erwischte er mehrmals einen falschen Gang.
Das Deaktivieren des serienmässigen ASC will ebenfalls gelernt sein, sonst wird
man auf dem Slalomkurs eingebremst. Während einige einräumten, in der Hitze des
Gefechts wohl falsch gedrückt zu haben, hatten andere Fahrer den Eindruck, das
System habe sich ohne ihr Zutun wieder zugeschaltet. Zu den letzteren gehörten
Fredy Eckstein und Jürg Jucker, die indessen bessere Klassierungen primär durch
Fahrfehler vergaben.
In der MINI Challenge treten auch mehrere Damen an, und Erwähnung verdient beim
Saisonauftakt insbesondere Nadine Zwahlen. Für ihren Heimslalom hatte sie sich
einen Rang im ersten Drittel vorgenommen, und ihr ehrgeiziges Ziel erreichte
die Thurgauerin mit Bravour (9. von 31 Klassierten). Bescheidener waren Sandra
Kellers Ambitionen: Letzte wollte sie auf keinen Fall werden, und auch dieser
Wunsch ging in Erfüllung.
Vier Fahrer nahmen die Gelegenheit wahr, in der Kategorie "Racing" ihre
bisherigen Tuning-2-Modelle an den Start zu bringen. Felix Marti distanzierte
Ralph Brunner um gut anderthalb Sekunden, Beat Mürner und Kathrin Jakob auf
Hintermayers letztjährigem Meisterauto verloren hingegen weit mehr Terrain auf
den Berner.
Die nächsten Läufe (Slalom und Sprint) finden am 6. Mai auf dem Circuit du
Bresse im grenznahen Frankreich statt. Zusätzliche Informationen bietet die
spezielle Webseite www.MINI.ch/Challenge.