PressClub Schweiz · Artikel.
Spannung in der Mini Race Challenge
Tue Sep 09 15:00:00 CEST 2003 Pressemeldung
Wer hätte das gedacht? Beim Bergslalom Develier-Le Sommet hätte Norbert Sieber den Sack in der Mini Race Challenge bereits zumachen können - doch es kam alles ganz anders. Nun wird die Entscheidung erst am 28. September beim Slalom Altenrhein fallen.
Pressekontakt.
Beda Durrer
BMW Group
Tel: +41-58-269-1091
Fax: +41-58-269-1491
E-Mail senden
Autor.
Beda Durrer
BMW Group
Wer hätte das gedacht? Beim Bergslalom Develier-Le Sommet hätte Norbert Sieber
den Sack in der Mini Race Challenge bereits zumachen können - doch es kam alles
ganz anders. Nun wird die Entscheidung erst am 28. September beim Slalom
Altenrhein fallen.
Die Teilnehmer der Mini Race Challenge sahen sich am vergangenen Sonntag vor
eine völlig neue Aufgabe gestellt: Erstmals wurde auf einer Bergrennstrecke,
die auf 3700 m Länge durch 16 Tore entschärft worden war, ein zur MRC zählendes
Rennen ausgetragen. Wie sich im Nachhinein herausstellen sollte, hatte der
schnelle Parcours seine Tücken, denn mehr als ein Dutzend aller 130 Teilnehmer
dieser regionalen Veranstaltung schieden durch grössere oder kleinere Unfälle
aus. Die Mini-Fahrer meisterten diese Herausforderung aber ohne Zwischenfall.
Norbert Sieber (Widnau) hatte bis dahin alle fünf Slaloms in der Cooper-Klasse
klar für sich entschieden. Doch ausgerechnet auf dieser anspruchsvollen Strecke
im Jura lag er schon im Training etwas hinter der Bestzeit zurück. Drohende
Regenwolken liessen erahnen, dass wohl nur der erste Rennlauf trocken über die
Bühne gehen wird. Somit wusste jeder, dass der erste von zwei Rennläufen
"passen" musste.
Der offenbar unter Druck stehende Sieber leistete sich prompt zwei Torfehler,
kassierte 20 Strafsekunden, war dadurch nach dem ersten Durchgang Letzter und
musste so nach einem Regenschauer auf der abtrocknenden Strecke einen sauberen
zweiten Lauf ohne Fehler hinlegen. Das gelang ihm zwar, doch Armin Saurer
(Gunten) war wie schon im ersten Lauf kar schneller. Somit feierte Saurer
überraschend, aber völlig verdient seinen ersten Klassensieg. Susanna Burgmer
(Weinfelden), die zuletzt auf dem Anneau du Rhin noch mit dem zweiten Platz
hinter Sieber brillierte, musste sich diesmal wegen eines Torfehlers im ersten
Rennlauf mit dem sechsten und letzten Rang begnügen. Als Dritter erzielte
Delfin Fontes (Frauenfeld) sein bisher bestes Resultat. Richard Schöller
(Winterthur) wurde Vierter und streitet sich nun mit Susanna Burgmer um den
zweiten Meisterschaftsrang seiner Klasse.
Norbert Sieber hatte derweil gleich doppeltes Pech. Denn Pierre Bolle aus
Meyrin gelang im Cooper S ein toller erster Lauf, mit dem er sich den klaren
Sieg vor seinem Dauerrivalen Daniel Hauri (Aarau) sicherte. Gewinnt der Genfer
nun auch den Finallauf am 28. September auf dem Flugplatz Altenrhein, dann geht
Sieber trotz der Maximalpunktzahl der angestrebte Gesamtsieg durch die Lappen!
Denn Bolle käme so ebenfalls auf 140 Zähler und hätte mit zwei zweiten Plätzen
die besseren Streichresultate. Norbert Sieber weist nämlich einen "Nuller" für
den freiwilligen Verzicht auf den zweiten Ausbildungskurs im Juni in Hockenheim
als Streichresultat aus, was den Ausschlag geben könnte. Eine ungewöhnliche
Ausgangslage, aber so ist nun halt das spezielle Reglement der Mini Race
Challenge, das auch die Teilnahme an Lehrgängen belohnt, wovon schliesslich
jeder profitiert.
Den Kategoriensieg in der Cooper-Klasse hat Norbert Sieber jedoch auf sicher.
Daher kann er nun nur auf den Ehrgeiz von Daniel Hauri hoffen, der Pierre Bolle
ein drittes Mal schlagen müsste, um dem Ostschweizer damit zum Sieg in der
MRC-Gesamtwertung zu verhelfen. Hauri selbst müsste dann auf Schützenhilfe des
"ewigen Dritten" Patrick Rossier (Ecuvillens) hoffen, da Bolle bei einem Sieg
des Aargauers mindestens Zweiter werden müsste, um Gesamterster in seiner
Klasse zu werden. Die Spannung in der Mini Race Challenge ist also bis zum
Schluss garantiert!
Eine kleine Überraschung gab es auch in der Klasse der getunten Cooper S, die
sich um den Tagessieg in der MRC stritten. Der Berner Tuner und frühere
Markenpokal-Spezialist Ruedi Jost (Uetendorf) trat mit dem von Martin Bürki
zuletzt auf dem Anneau du Rhin bestens pilotierten Topcar-Mini an, um selbst
einen Vergleich mit der Konkurrenz anzustellen. Den hat er nun, aber anders,
wie er sich den Ausgang vorgestellt hatte.
Ralph Brunner (Goldach) war nämlich mit dem etwas leistungsstärkeren Mini
Cooper S von Carex nach dem ersten Rennlauf um nicht weniger als 3,51 Sekunden
schneller als Jost. Damit legte der Tabellenführer in dieser Klasse den
Grundstein zu seinem vierten Saisonsieg. "Nachdem ich die beiden letzten
Slaloms in Ambri und auf dem Anneau du Rhin nur wegen eines Torfehlers in den
jeweils letzten Läufen kurz vor dem Ziel machte, wollte ich es diesmal von
Anfang an besser machen. Es hat dann auch alles gepasst, obwohl ich nicht mit
einer solch klaren Bestzeit gerechnet hatte", erklärte Brunner. Ruedi Jost war
über den zweiten Platz offenbar so enttäuscht, dass er seinen Mini auf den
Hänger lud und nicht mehr zum zweiten Lauf auf feuchter Strecke antrat. Sein
Kunde Roger Waber (Gwatt), der wegen eines Torfehlers Fünfter und Letzter war,
folgte diesem Beispiel. Somit errang Beat Siegenthaler (Bärau) den dritten Rang
in dieser Klasse, gefolgt von Christian Lienhard (St. Gallen).
Zum grossen Showdown wird es nun also am letzten September-Wochenende auf dem
Flugplatz Altenrhein kommen. Dass noch keine Entscheidung gefallen ist, spricht
für das sportliche Niveau der Mini Race Challenge. Und ob Norbert Sieber und
Ralph Brunner dort ihren Heimvorteil werden ausspielen können, wird sich
zeigen. Vielleicht lacht am Ende gar ein Romand vom anderen Ende der Schweiz?