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PressClub Schweiz · Artikel.

MINI Challenge Switzerland, Slalom und Sprint Lignières.

Muzzarelli wie Blitz und Donner.

Saison 2011

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Axel Schmidt
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Axel Schmidt
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Marcel Muzzarelli ist der erfolgreichen Titelverteidigung in der MINI Challenge Switzerland einen grossen Schritt näher gekommen. Der Ostschweizer siegte im Sprint auf dem TCS-Circuit von Lignières mit winzigen neun Tausendstelsekunden Vorsprung auf Fabio Nassimbeni. Bernie Wyss holte sich den dritten Saisonsieg in der offenen Klasse MINI Racing.

 

Richtige Entscheidung

Der am Sonntagmorgen zuerst geplante Slalom musste wegen heftigen Sturmböen und sintflutartigen Regenfällen aus Sicherheitsgründen ersatzlos abgesagt werden. Rennleiter Sven Riner musste keine einfache, aber für einmal eine populäre Entscheidung treffen: „Wir stellen die Sicherheit aller Fahrer und diejenige der Helfer über das Fahrvergnügen und die Spannung.“ Ursache für die Absage war ein heftiger Sturm, der seit Samstagnacht und noch bis Sonntagmittag über der Gegend unterhalb des Chasseral wütete. Den heftigen Sturmböen fielen unter anderem die Zeitmessung, diverse Pylonen und Streckenbegrenzungen und einige Zelte der Fahrer und Veranstalter zum Opfer. Der begleitende heftige Regen überflutete die Piste derart, dass ans Fahren effektiv nicht zu denken war. Selbst die Ausrichtung des Sprints stand zu dieser Stunde noch infrage. 30 MINI Piloten harrten der Entscheidung um 12 Uhr mittags auf dem Rennplatz ‑ und sie sollten nicht enttäuscht werden.

 

Die Veranstalter des ACS beider Basel schenkten den Piloten wegen der Slalom-Absage je zwei fliegende Runden. So wurde diese Sprintprüfungen in zwei Outings à je sechs gezeiteten Runden entschieden. Da die Piste nur langsam abtrocknete, fand das komplette Feld, welches in Vierergruppen dem Gesamtklassement angepasst unterwegs war, schwierige aber identische und somit faire Bedingungen vor. Die MINI Challenge Switzerland 2011 zeichnet sich durch hohes fahrerisches Niveau und Ausgeglichenheit der Spitzencracks aus. Und so trennten die ersten vier Fahrer im Klassement nach den zwölf gezeiteten Runden gerade mal 1,3 Zehntelsekunden, den Sieger und den Zweitplatzierten gar nur neun Tausendstel!

 

Interessant zu beobachten war, mit welcher Taktik die verschiedenen Piloten die Aufgabe angingen. Die erfolgreichste war natürlich die runde und feinfühlige Art und Weise der Bremsbenützung und des Ansprechens der Beschleunigung. Nach dem ersten Outing übernahm Fabio Nassimbeni in 56,062 Sekunden die Führung, 81 Tausendstel vor Muzzarelli und 0,171 Sekunden vor dem in Lignières immer stark fahrenden Nicolas Fasel. Dino Wintsch und Thierry Kilchenmann lagen ebenfalls noch in Schlagdistanz. Trotz seifiger Piste mit teilweise noch immer aufkommendem Wind demonstrierte das komplette MINI Feld Klasse. Nur gerade zwei Ausritte und nachfolgende Ausschlüsse registrierte die Rennleitung bei den 30 Starterinnen und Startern. In Anbetracht der Umstände eine gute Leistung.

 

Saubere Linienwahl

Für den zweiten Run mussten sich die Fahrer auf veränderte Pistenverhältnisse einstellen, die Vorgaben aus dem ersten Umgang waren Geschichte, denn die Strecke war nun mehr oder minder trocken. An Spannung war dieser vierte Sprint der Saison deshalb nicht zu überbieten. Erst übernahm Nicolas Fasel mit 54,815 die Führung. Thierry Kilchenmann blieb ihm in Runde 8 mit 55,196 dicht auf den Fersen. Dank einer unglaublich sauberen Linienwahl ohne ersichtliches Risiko gelang dem aktuellen Leader der MINI Challenge Switzerland, Marcel Muzzarelli, in Runde 9 eine Zeit von 54,683. Es sollte später die Siegerzeit sein.

 

Dino Wintsch brannte in Runde 10 54,780 in den Monitor. Fabio Nassimbeni, der nach einer detaillierten Überprüfung seines Motors nun wieder auf Augenhöhe mit Muzzarelli unterwegs ist, fuhr eine Runde später ebenfalls eine 54,6er-Zeit. Erst ein zweiter Blick auf den Zeitencomputer offenbarte eine Differenz von neun Tausendstelsekunden gegenüber dem aktuellen Champion. Wie Blitz und Donner feuerten sich die beiden aktuell stärksten MINI Piloten gegenseitig an. Die ersten acht Piloten, angeführt von Marcel Muzzarelli, bewegten ihre MINI Cooper S innerhalb einer Sekunde um den 1‘300 Meter kurzen Circuit von Lignières. Während Thierry Kilchenmann derzeit etwas hinter dem Amriswiler und dem Zürcher Oberländer zurückliegt, demonstrierte Nicolas Fasel in der Romandie wiederum seine „Heimstärke“. Bei den letzten Auftritten der MINI Challenge Switzerland im TCS-Testzentrum war Fasel nie schlechter als Vierter klassiert.

 

In der Meisterschaft baute Marcel Muzzarelli seinen Vorsprung auf Thierry Kilchenmann weiter aus. Mit 361 Punkten führt nun der Amriswiler die Tabelle mit 23 Zählern Vorsprung auf den Berner an. Einen weiteren Schritt in Richtung Spitze unternahm dagegen Fabio Nassimbeni. Der Zürcher Oberländer hat nun 295 Zähler auf dem Konto und liegt vor Dino Wintsch mit 281 Punkten auf Platz 3. Bei drei noch ausstehenden Wertungsprüfungen – zwei Slaloms und eine Sprintprüfung ‑ gelang Muzzarelli ein grosser Schritt in Richtung erfolgreiche Titelverteidigung.

 

Wyss erneut vor Baumeler

In der offenen Klasse der MIN Racing behielt erneut Bernie Wyss das bessere Ende für sich. Wyss drosch seinen modifizierten MINI John Cooper Works in der Tagesbestzeit von 51,071 um den Kurs. Daniel Baumelers 52,658 – im ersten nassen Outing erzielt – haben indes wenig Aussagekraft. Der Berner durfte aus Lärmschutzgründen nicht mehr zum zweiten Run antreten, führt das Zwischenklassement in der Meisterschaft aber weiterhin an. Dritter wurde Fredy Eckstein in 54,769.

 

Resultate Lignières

Sprintprüfung (1300 m)

Klasse 1, MINI Cooper S: 1. Muzzarelli (Amriswil), 54,683 Sek; 2. Nassimbeni (Hinwil), 54,692; 3. Wintsch (Hombrechtikon), 54,780; 4. Fasel (Fully), 54,815; 5. Kilchenmann (Spiegel), 55,196; 6. Jucker (Bauma), 55,384; 7. Burget (Füllinsdorf), 55,409; 8. Fiorina (Grafstal), 55,454; 9. Stofer (Herznach), 55,668; 10. Hofmänner (Kehrsatz), 55,705; 11. Vögeli (Ettingen), 55,715; 12. Gion (Tann), 56,087; 13. Consoli (Zofingen), 56,098; 14. Leiber (Dachsen), 56,168; 15. Baur (Walenstadt), 56,394.

 

Klasse 2, MINI Racing: 1. Wyss (Fällanden), 51,071; 2. Baumeler (Wabern), 52,658; 3. Eckstein (Bassersdorf), 54,769; 4. Bleichenbacher (Flawil), 55,976.

 

MINI Challenge Switzerland, Stand nach 10 von 13 Läufen:

Klasse 1, MINI Cooper S: 1. Muzzarelli 361 Punkte, 2. Kilchenmann 338, 3. Nassimbeni 295, 4. Wintsch 281, 5. Burget 230, 6. Gion, 192, 7. Fasel 162, 8. Vögeli und Stofer je 159, 11. Fiorina 153, 12. Jucker 144, 13. Leiber 139, 14. Schlumpf 137, 15. Hofmänner 100.

 

Klasse 2, MINI Racing: 1. Baumeler 190, 2. Wyss 150, 3. Bleichenbacher 134, 4. Schelbert, 110, 5. Eckstein 76, 6. Bronner 40, 7. Mahler 20.

 

Nächster MCS-Lauf : 9. Oktober, Slalom Ambri

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